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SUMMARY:Gesucht! Wie österreichische NS-Wissenschaftler zu Peróns Söldnern 
 wurden
DESCRIPTION:Armin Dadieu (1901–1978) und Oswald Menghin (1888–1973) waren e
 tablierte Wissenschaftler und österreichische Nationalsozialisten. Nach dem
  „Anschluss“ Österreichs 1938 übernahmen sie politische Funktionen im NS-St
 aat, Dadieu als Gauhauptmann der Steiermark und Menghin als Unterrichtsmini
 ster. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wandelte sich ihre Rolle radikal:
  Aus Funktionären wurden Flüchtende. Sie entzogen sich der alliierten Straf
 verfolgung und tauchten unter – als Nazis auf der Flucht.Anhand dieser beid
 en Biografien zeigt der Vortrag, dass die Flucht – aber auch die legale Aus
 wanderung – ehemaliger nationalsozialistischer Kader über Italien und deren
  Neuanfang in Argentinien nicht isoliert betrachtet werden können. Sie ware
 n Teil der umfassenden, oft erzwungenen Migrationsbewegungen, die Europas N
 achkriegsordnung prägten. Ihre Lebenswege nach 1945 führen an eine historis
 che Schnittstelle zwischen NS-Täterforschung, Migrationsgeschichte und arge
 ntinischer Wissenschaftsgeschichte – eingebettet in die geopolitischen Umbr
 üche des beginnenden Kalten Krieges.Auch auf der anderen Seite des Atlantik
 s blieben Dadieu und Menghin Teil der einstigen NS-Elite. Trotz des Verlust
 s politischer Macht verfügten sie über Ressourcen und Kontakte, die ihren N
 eustart ermöglichten. Während ihrer Flucht stützten sie sich auf ein Netz a
 us Ehefrauen und Geliebten, Freund*innen sowie früheren politischen Weggefä
 hrten. Diese Unterstützer*innen halfen dabei, Fluchtrouten zu organisieren,
  Verbindungen zu knüpfen und berufliche Perspektiven zu eröffnen.Dabei unte
 rschieden sich die Wege der beiden Männer im Detail. Menghins illegale Migr
 ation und Etablierung in Buenos Aires wurden maßgeblich von katholischen Ne
 tzwerken getragen, Dadieus Weg unter falschen Namen ist hingegen im Kontext
  der gezielten Anwerbung wissenschaftlich-technischer Experten durch Argent
 inien im frühen Kalten Krieg zu verorten. Das Modernisierungsprojekt unter 
 Präsident Juan Domingo Perón eröffnete beiden neue Karrierechancen – Menghi
 n in der Archäologie, Dadieu in der Rüstungsforschung.Der Vortrag verbindet
  migrationsgeschichtliche Agency-Konzepte mit der Analyse des Zusammenhalts
  der politisch loyalen und globalen Netzwerke und zeigt, wie (ehemalige) Na
 tionalsozialisten trotz der politischen Niederlage zu privilegierten Migran
 ten wurden – und ihre wissenschaftliche Karriere unter neuen Vorzeichen als
  „Söldner“ für Perón weiterverfolgen konnten.\n\n \n\nLinda Erker lehrte un
 d promovierte an der Universität Wien und ist seit 2024 Leiterin der Abteil
 ung Public History am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstande
 s in Wien. Sie forscht unter anderem zum Austrofaschismus, zu ideologischen
  Kontinuitäten in Österreich, zur Erinnerungs- und Gedenkpolitik, zur öster
 reichischen und spanische Universitätsgeschichte sowie zur Wissenschaftsmig
 ration nach Südamerika.\n\n \n\nEs laden Sie herzlich ein:Christina Brandt 
 ML*, Bettina Hitzer und Friedrich Steinle ML*
LOCATION:Lesesaal der Leopoldina
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