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SUMMARY:Glas - von einem alten Material zu moderner Physik
DESCRIPTION:Monatssitzung der LeopoldinaVortragsgebäude der AkademieEmil-Ab
 derhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)Fragt man allgemein: "Was ist ein Gla
 s?", so bekommt man zunächst den Hinweis auf das Fensterglas, also SiO2 mit
  Beimengungen, oder das Trinkgefäß als Antwort. Bekannt sind diese schon se
 it 3000 v. Chr. und die heute so bewunderte Glasblasetechnik bei Venedig wu
 rde schon 50 v. Chr. von den Römern entwickelt.  Das wesentliche Merkmal vo
 n Gläsern ist jedoch nicht ihre Transparenz oder Sprödigkeit, es ist vielme
 hr die molekulare Struktur, die dem Glasbegriff zugrunde liegt. Gläser gibt
  es in einer Vielzahl von Materialklassen, sie sind als moderner Werkstoff 
 bei Glasfasern, Plastiktüten, Keramiken, Holz, metallischen Systemen, Bioma
 terialien und in vielen anderen Beispielen zu finden. Flüssigkeit und Glas 
 haben im Gegensatz zum Kristall keine langreichweitige Ordnung ihrer Bauste
 ine (Kristallstruktur) und sind allenfalls durch eine Nahordnung (ggf. auf 
 nm-Skala) gekennzeichnet. Die Bausteine der Materie (Atome, Moleküle, Prote
 ine etc.) sind in der Flüssigkeit leicht beweglich (z. B. Brown’sche Bewegu
 ng, ggf. auch kooperative Bewegungen), hingegen im Kristall und im Glas “ei
 ngefroren“ und fest verankert. Eigentlich gehören Gläser zu den Flüssigkeit
 en und unterscheiden sich von diesen durch eine so langsame Dynamik ihrer m
 olekularen Bestandteile, dass sie auf den Zeitskalen des äußeren Beobachter
 s wie ein fester Körper wirken. In diesem Vortrag sollen daher alte Begriff
 e der Glasmaterialien zusammen mit modernen Methoden der Experimentalphysik
  und theoretische Modelle für Flüssigkeiten und Gläser vorgestellt werden.
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