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SUMMARY:Grenzenlos scharf: Lichtmikroskopie im 21. Jahrhundert
DESCRIPTION:Wie kaum ein anderes Instrument führt das Lichtmikroskop seit d
 em 17. Jahrhundert zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Doch Licht breitet 
 sich als Welle aus und wird gebeugt. Deshalb kann ein Lichtmikroskop nur De
 tails auflösen, die mindestens eine halbe Wellenlänge (200 Nanometer) vonei
 nander entfernt sind. 1873 von Ernst Abbe entdeckt und in einer Formel fest
 gehalten, erschien dieses Gesetz lange Zeit unüberwindbar. Um feinere Struk
 turen untersuchen zu können, wurden deshalb die Elektronen- sowie die Raste
 rsondenmikroskopie erfunden. Mit ihren höheren Auflösungen haben sie maßgeb
 lich zum Fortschritt des 20. Jahrhunderts beigetragen. Dennoch: Intakte ode
 r sogar lebende Zellen können auch diese Verfahren nicht abbilden. Denn sie
  sind auf Oberflächen begrenzt oder erfrodern sogar Vakuum. Der Physiker St
 efan Hell hat mit der sogenannten STED-Mikroskopie (STED = Stimulated Emiss
 ion Depletion) einen Weg gefunden, die 130 Jahre alte Abbesche Grenze im Fl
 uoreszenzmikroskop zu überwinden. Das Neue an diesem Verfahren ist, dass di
 e Schärfe nicht mehr durch die Lichtwellenlänge begrenzt ist. Mithilfe der 
 STED-Mikroskopie können heute Proteinverteilungen bis zu zehnmal schärfer a
 ls bisher dargestellt werden. Die erzielten Auflösungen des Verfahrens lieg
 en um ein Zehnfaches über Abbes Grenze, bei 20 Nanometern. Da Proteinkomple
 xe im Bereich 0,01 bis 0,2 Mikrometer liegen, hat das STED-Mikroskop das Po
 tenzial, in die molekulare Skala des Lebens vorzudringen und Krankheiten be
 sser auf die Spur zu kommen. Erste wichtige Erkenntnisse wurden bereits gem
 acht: So konnte die STED-Mikroskopie einzelne Bläschen mit Nervenbotenstoff
 en (synaptische Vesikel) sichtbar machen und damit eine wichtige Frage der 
 Neurobiologie klären. Abbes Beugungsgrenze behindert aber nicht nur den Ein
 blick in die Zelle, sondern auch die Herstellung kleinster elektronischer S
 chaltkreise. Mit geeigneten schaltbaren Molekülen ließe sich das von Stefan
  Hell entwickelte Prinzip umkehren und zum Herstellen feinster Nanostruktur
 en verwenden. Obwohl das Verfahren für Massenspeicher vermutlich zu langsam
  wäre, könnte man beliebig kleine Strukturen kundenorientiert anfertigen – 
 und zwar mit sichtbarem Licht.  \n\nStefan W. Hell\n\n  Stefan W. Hell stud
 ierte in Heidelberg und wurde dort im Fach Physik promoviert. Schon in sein
 er Dissertation befasste sich der Wissenschaftler mit Mikroskopie. Ab 1991 
 arbeitete er am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelbe
 rg und an der Universität Turku in Finnland an der Frage, wie lichtmikrosko
 pische Auflösungen im Nanometerbereich zu erreichen sind. Bis dahin galt di
 e Annahme, dass die Auflösung dieser Mikroskope auf die halbe Lichtwellenlä
 nge (200-400 Nanometer) begrenzt ist. Gleicharti ge Objekte, die näher beie
 inander liegen, können im Bild nicht mehr unterschieden werden. Mit der Ent
 wicklung der sogenannten „Stimulated Emission Depletion“, kurz STED-Mikrosk
 opie, widerlegte Hell diese Annahme. 2014 erhielt er „für die Entwicklung d
 er hochaufgelösten Fluoreszenz-Mikroskopie“ gemeinsam mit Eric Betzig und W
 illiam E. Moerner den Nobelpreis für Chemie. Foto: Die Leopoldina zeichnete
  Stefan Hell im Jahr 2013 mit der Carus-Medaille aus. Ein Jahr später erhie
 lt Hell den Nobelpreis für Chemie. © David Ausserhofer für die Leopoldina\n
 \nWeitere Informationen und Anmeldung\n\nDie Veranstaltung richtet sich an 
 alle Interessierten. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten. Anme
 ldung\n\nKontakt\n\nPeggy GlasowskiAssistentin der GeneralsekretärinTel.: 0
 345 / 472 39-912E-Mail: peggy.glasowski@leopoldina.org
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