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SUMMARY:Heil.Kräuter.Kulturen: Forschungen zur ökologischen Landwirtschaft 
 und wissenschaftliche Zwangsarbeit im KZ Dachau (1940-1945)
DESCRIPTION:Ökologische Landwirtschaft und SS-Terror? Naturheilkunde in ein
 em deutschen Konzentrationslager? KZ-Häftlinge, die Zwangsarbeit als Wissen
 schaftler verrichteten? Anne Sudrow zeigt in ihrem Vortrag, in welchem Zusa
 mmenhang diese auf den ersten Blick kaum miteinander vereinbaren Phänomene 
 stehen. Sie stellt dabei Ergebnisse ihrer neuen, im Auftrag der KZ-Gedenkst
 ätte Dachau verfassten Studie vor. Von Januar 1939 bis April 1945 unterhiel
 t das SS-Unternehmen "Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegun
 g" (DVA) einen großen Landwirtschafts- und Gärtnereibetrieb im und am KZ Da
 chau. Etwa eintausend Häftlinge des Konzentrationslagers wurden täglich zur
  schweren Arbeit auf den Feldern und in der Verarbeitung der Erzeugnisse ge
 zwungen. Unzureichende Kleidung, Unterernährung und Schikanen der SS machte
 n die Arbeit zur lebensgefährlichen Tortur. Die SS ließ Heilpflanzen, Gewür
 ze, Gemüse, Getreide, Blumen und Obst anbauen. Die DVA stellte zudem Saatgu
 t für die geplanten deutschen Siedlungen in den besetzten Ostgebieten her. 
 Dort sollte von deutschen Bauern ökologischer Landbau betrieben werden – ei
 n Vorhaben von gigantischen Ausmaßen, für das die DVA Ressourcen und Fachke
 nntnisse bereitzustellen plante. Zugleich war die DVA Dachau eine wissensch
 aftliche Einrichtung, in der Personen unterschiedlicher Fachdisziplinen umf
 angreiche Forschungen durchführten. Das KZ Dachau wurde in den Jahren des Z
 weiten Weltkriegs zum wichtigsten Zentrum der Entwicklung der ökologischen 
 Landwirtschaft in Deutschland. Auch KZ-Häftlinge waren hier wissenschaftlic
 h tätig – und waren zum Teil sogar prägend für die Auswahl der Forschungsge
 genstände und Gestaltung der Experimentalsysteme. Deren Ergebnisse und ihre
  wirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung werden im Vortrag vorgeste
 llt.\n\nAnne Sudrow ist Historikerin mit einem Forschungsschwerpunkt in der
  Geschichte des Nationalsozialismus und einem weiteren in der Geschichte al
 ternativer Ökonomien im 20. Jahrhundert. Seit 2021 ist sie wissenschaftlich
 e Mitarbeiterin am Zentrum für Wissenschaftsforschung der Leopoldina im Pro
 jekt "Biografische Studien zu Mitgliedern der Leopoldina in der NS-Zeit".\n
 \nEs laden Sie herzlich ein: Prof. Dr. Christina Brandt ML, Prof. Dr. Raine
 r Godel und Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML\n\nML=Mitglied der Leopoldina\n\nW
 eitere Informationen\n\nDie Veranstaltung richtet sich an alle fachlich Int
 eressierten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforde
 rlich. Die Veranstaltung wird online via Zoom übertragen. Es gelten die Dat
 enschutzrichtlinien des Anbieters.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer Godel Lei
 ter der Abteilung Zentrum für Wissenschaftsforschung Tel.: +49 (0)345 472 3
 9 - 118 E-Mail: lzfw@leopoldina.org
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