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SUMMARY:Herpesviren - vom Genom zur Erkrankung.
DESCRIPTION:Erfahrung mit Herpesviren hat (fast) jeder: Vom simplen Lippenh
 erpes über Windpocken und Pfeiffersches Drüsenfieber reichen die von den hu
 manen Herpesviren hervorgerufenen Erkrankungen. Und jeder trägt zumindest d
 as genetische Material eines Herpesvirus lebenslang im Körper, ohne dass ih
 n Krankheitssymptome plagen. Dieser Zustand der Latenz, der allerdings jede
 rzeit aufgehoben werden kann, so dass neue Virusnachkommen entstehen, ist e
 ines der wichtigsten biologischen Merkmale der Herpesviren. Insofern geht d
 ie Forschung über Herpesviren uns alle an. Aber nicht nur Menschen, auch Ti
 ere werden von Herpesviren befallen. Die Bundesforschungsanstalt für Virusk
 rankheiten der Tiere befasst sich deshalb besonders mit Herpesviren des Rin
 des, des Schweins und des Geflügels, die z.T. mit dramatischen Verlusten ei
 nhergehende Krankheiten verursachen können. Herpesviren gehören mit zu den 
 komplexesten viralen Krankheitserregern. Ihr doppelsträngiges DNS-Genom kod
 iert für 70-220 Genprodukte, deren Funktion für die Virusvermehrung und die
  Krankheitsentstehung im Detail in vielen Fällen noch weitgehend unbekannt 
 ist. Am Beispiel des Erregers der Aujeszkyschen Krankheit des Schweins unte
 rsucht die Forschungsgruppe von Th. Mettenleiter die Bedeutung einzelner vi
 raler Genprodukte für die Initiation der Infektion der Zielzelle sowie die 
 Virusreifung und -freisetzung aus der infizierten Zelle auf der molekularen
  Ebene. Die Rolle viraler Oberflächenproteine bei der Infektion von Nervenz
 ellen steht dabei im Vordergrund. Diese grundlegenden Arbeiten sollen neue 
 Wege zur Bekämpfung und/oder Behandlung von Herpesvirusinfektionen aufzeige
 n. Ein Ergebnis aus diesen Studien ist die Entwicklung neuartiger Impfstoff
 e und Impfkonzepte, die zu einer vollständigen Eradikation dieser bedeutend
 en Tierseuche in Deutschland geführt haben.Thomas C. Mettenleiter hat Biolo
 gie an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen studiert und im Hauptfach
  Genetik promoviert (1985). Nach einem Forschungsaufenthalt am Department o
 f Microbiology der Medical School der Vanderbilt University in Nashville, U
 SA, forschte er bis 1993 am Institut für Impfstoffe der Bundesanstalt für V
 iruskrankheiten der Tiere in Tübingen (unterbrochen durch einen Aufenthalt 
 am Department of Microbiology-Immunology der Medical School der Northwester
 n University in Chicago, USA) und habilitierte sich 1990. 1994 übernahm er 
 die Leitung des Instituts für molekulare und zelluläre Virologie der Bundes
 forschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere, Insel Riems, seit 1996 is
 t er Präsident dieser Bundesforschungsanstalt. 1997 erfolgte die Ernennung 
 zum außerplanmäßigen Professor an der Ernst-Moritz- Arndt Universität Greif
 swald. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die molekulare Virologie. Schwerpunkte s
 ind die Untersuchung molekularer Grundlagen der Herpesvirusinfektion, die B
 ekämpfung herpesvirusbedingter Tierseuchen und die Entwicklung gentechnisch
  hergestellter Impfstoffe gegen virusbedingte Krankheiten landwirtschaftlic
 her Nutztiere. Mettenleiter ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen 
 Beiräten. Die ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest, würdigte se
 ine Arbeiten durch die Verleihung der Aladár Aujeszky-Gedächtnismedaille (1
 993). Im Jahr 2000 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldin
 a Thomas C. Mettenleiter zum Mitglied (Sektion Veterinärmedizin).
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