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SUMMARY:Im Jahrhundert der Migration: Psychische Funktionstüchtigkeit als S
 chlüssel für gelingende Gesellschaften
DESCRIPTION:Der Stifterverband und die Nationale Akademie der Wissenschafte
 n Leopoldina zeichnen die beiden Konstanzer Klinischen Psychologen und Neur
 opsychologen Dr. Maggie Schauer und Prof. Dr. Thomas Elbert mit dem Carl-Fr
 iedrich-von-Weizsäcker-Preis aus. Die Ehrung findet am 13. Dezember in Hall
 e (Saale) im Rahmen der traditionellen Weihnachtsvorlesung der Leopoldina s
 tatt, die beide Preisträger gemeinsam zum Thema „Im Jahrhundert der Migrati
 on: Psychische Funktionstüchtigkeit als Schlüssel für gelingende Gesellscha
 ften“ halten.Gewalterfahrungen hinterlassen nicht nur im mentalen Gedächtni
 s Spuren, sondern verändern die Systemdynamik des einzelnen Menschen, physi
 ologisch, im Verhalten, Denken wie auch Fühlen. Von körperlicher Erregung b
 egleitete Erfahrungen werden nämlich nicht wie in der Geschichtswissenschaf
 t als vergangene Episoden einfach vermerkt, sondern sollen in Form von epig
 enetischen, neuronalen und verhaltensmodifizierenden Systemänderungen den O
 rganismus für künftige Gefahren fit machen. Wenn die gesamte Belastung zu h
 och wird, ist eine Anpassung aber nicht mehr positiv möglich, es kommt zu s
 eelischem Leid und Funktionsverlust, so dass Überlebende ihr Dasein in Zivi
 lgesellschaften nicht mehr meistern können. Maggie Schauer und Thomas Elber
 t haben gemeinsam mit dem Bielefelder Wissenschaftler Prof. Dr. Frank Neune
 r die „Narrative Expositionstherapie“ entwickelt und ihre Anwendung untersu
 cht. Sie ist ein Behandlungsverfahren, das insbesondere in Konflikt- und Kr
 isenregionen zum Einsatz kommt und vor allem für die Therapie von Opfern or
 ganisierter Gewalt und zur Behandlung von Kriegsflüchtlingen entwickelt wur
 de. In Feldstudien in Afrika und Asien konnte das Behandlungsverfahren erfo
 lgreich angewendet werden. Schauer und Elbert erforschen bereits seit zwei 
 Jahrzehnten die Folgen organisierter Gewalt wie Krieg, Folter und sexuelle 
 Gewalt für das Individuum, ihre Familien und die Gesellschaft. Am Kompetenz
 zentrum für Psychotraumatologie der Universität Konstanz untersuchen sie ni
 cht nur psychosoziale Auswirkungen der Gewalt, sondern auch molekularbiolog
 ische und neurophysiologische Veränderungen als Folgen von Gewalterfahrunge
 n. Weltweit einmalig ist dabei, dass sich Laborstudien in Konstanz und Unte
 rsuchungen in Kriegs- und Krisenregionen zu einem Gesamtbild ergänzen.Der C
 arl-Friedrich-von-Weizsäcker-Preis ist der Wissenschaftspreis des Stifterve
 rbandes und mit 50.000 Euro dotiert. Er wird gemeinsam mit der Leopoldina a
 lle zwei Jahre an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder Forschertea
 ms vergeben, die einen Beitrag zur wissenschaftlichen Bearbeitung gesellsch
 aftlich wichtiger Probleme geleistet haben.\n\nKontakt und Anmeldung\n\nDie
  Veranstaltung ist öffentlich, um Anmeldung wird gebeten. Zur Anmeldung Kon
 takt:Peggy GlasowskiNationale Akademie der Wissenschaften LeopoldinaTel. 03
 45-47 239 912Fax 0345-47 239 919peggy.glasowski @leopoldina.org
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