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SUMMARY:Impfstoffentwicklung gegen Tuberkulose: Ein altes, aber noch immer 
 aktuelles Thema.
DESCRIPTION:Vor über 100 Jahren überraschte Robert Koch, der Entdecker des 
 Tuberkulose-Erregers, die Welt mit der Ankündigung, dass er einen Impfstoff
  gegen die Tuberkulose entwickelt hatte, an der zu jener Zeit mehr Menschen
  starben als an irgendeinem anderen Krankheitsbild. Zu seinem Bedauern muss
 te er bald darauf einsehen, dass er mit dieser Ankündigung unrecht hatte. S
 eitdem haben viele Wissenschaftler, Mediziner und Politiker behauptet, dass
  die Tuberkulose unter Kontrolle sei. Nichts desto trotz sterben heute mehr
  Menschen an Tuberkulose als zu Kochs oder irgendeiner anderen Zeit und heu
 te ist Mycobacterium tuberculosis für mehr Todesfälle verantwortlich als ir
 gendein anderer bakterieller Krankheitserreger. Mit BCG steht zwar ein Impf
 stoff gegen Tuberkulose zur Verfügung, der auch gegen die Kleinkind- Tuberk
 ulose schützt, aber gegen die häufigste Form der Krankheit, nämlich die Lun
 gentuberkulose des Erwachsenen, keinen befriedigenden Schutz bewirkt. Ein n
 euer, besser wirksamer Impfstoff wird daher dringend benötigt. Etwa zwei Mi
 lliarden Menschen, also ein Drittel der Weltbevölkerung, sind mit diesem Ke
 im infiziert. Weniger als 10% aller Infizierten erkranken daher an Tuberkul
 ose. Dies zeigt, dass bei den meisten die natürliche Infektion eine zufried
 enstellende Immunantwort auslöst, die den Keim unter Kontrolle hält. Die Im
 munantwort ist aber nicht in der Lage, den Erreger auszurotten und das Risi
 ko bleibt bestehen, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Krankheit ausbrich
 t. Die rationale Entwicklung eines neuen Impfstoffs kann daher von der durc
 h natürliche Infektion hervorgerufenen Immunantwort lernen. Dabei werden im
  Prinzip zwei Strategien verfolgt: Die Entwicklung einer Spaltvakzine, die 
 aus definierten protektiven Antigenen besteht oder eines rekombinanten Lebe
 ndimpfstoffs, der eine verbesserte Immunantwort auslöst. Kaufmann gibt Ausk
 unft über den aktuellen Stand der Forschung.Stefan H. E. Kaufmann studierte
  Biologie und promovierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit s
 umma cum laude (1977). Nach einer Assistentenzeit am Lehrstuhl für Medizini
 sche Mikrobiologie an der Ruhr- Universität Bochum wurde er Hochschulassist
 ent an der Freien Universität Berlin und danach wissenschaftlicher Mitarbei
 ter am MPI für Immunbiologie in Freiburg. An der Universität Ulm war er zun
 ächst C3-Professor für medizinische Mikrobiologie und Immunologie (1987-199
 1), danach C4-Professor für Immunologie (1991-1998). Parallel dazu wurde er
  1993 zum Gründungsdirektor des MPI für Infektionsbiologie in Berlin berufe
 n, dessen Geschäftsführender Direktor er heute ist. Kaufmann ist Mitglied v
 ielfältiger wissenschaftlicher Kommissionen, ist national wie international
  gutachterlich tätig und Herausgeber zahlreicher internationaler Zeitschrif
 ten. Seine Arbeiten zur Immunabwehr von Bakterien wurden vielfach ausgezeic
 hnet (Krupp-Preis für Junge Wissenschaftler, 1987; Aronson Preis des Landes
  Berlin, 1988; Smith-Kline Beecham Wissenschaftspreis für Medizinische Grun
 dlagenforschung, 1991; Pettenkofer Preis der Stadt München, 1992; Hauptprei
 s der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, 1993). Er gehör
 t zu den weltweit meist zitierten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Immun
 ologie. Sein Forschungsschwerpunkt liegt seit über 25 Jahren im Bereich der
  antibakteriellen Infektabwehr. Insbesondere bemüht er sich um die rational
 e Entwicklung eines neuen Impfstoffs gegen Tuberkulose. Im Jahr 2000 wählte
  die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Stefan H. E. Kaufmann z
 um Mitglied (Sektion Mikrobiologie und Immunologie).
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