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SUMMARY:Johann Gottlob Krügers medizinische Träume. Zum Verhältnis von Lite
 ratur und Wissen um 1750
DESCRIPTION:Johann Gottlob Krüger (1715–1759) ist einer der „vernünftigen Ä
 rzte" des 18. Jahrhunderts, die an einer Anthropologie des „ganzen Menschen
 " ausgerichtet sind, d.h. die gegenüber der Cartesianischen Substanzentrenn
 ung zwischen res cogitans und res extensa das Vermittlungsmodell eines comm
 ercium mentis et corporis vertreten. Krüger war Doktor der Philosophie und 
 der Medizin. Er lehrte zunächst an der Universität in Halle/Saale als außer
 ordentlicher Professor an der Medizinischen, später an der Universität in H
 elmstedt als ordentlicher Professor zugleich auch an der Philosophischen Fa
 kultät und hinterließ ein einschlägiges anthropologisches Œuvre, das aus na
 turwissenschaftlichen, medizinischen, empirisch-psychologischen, diätetisch
 en und literarischen Schriften besteht und das Mitte des 18. Jahrhunderts a
 uf große Resonanz gestoßen ist. Seine mehrbändige, Physik, Physiologie und 
 Pathologie umfassende Naturlehre (1740 ff.) ist fünfmal, seine umfangreiche
  Sammlung satirischer Träume (1754 ff.), viermal, seine Diät (1751 f.) zwei
 mal aufgelegt worden. Seine Experimental=Seelenlehre (1756) erfuhr zwar kei
 ne Wiederauflage, sie hat jedoch den Anstoß zu Karl Philipp Moritz’ Unterne
 hmen einer „Erfahrungsseelenkunde" gegeben. Für den Erfolg bei seinen Leser
 n trug nicht zuletzt Krügers „aufgeweckte Schreibart", d.h. ein bestimmter 
 ästhetisch-literarischer Stil, der sein naturwissenschaftliches Werk kennze
 ichnet, bei. Dieser Stil soll in dem Vortrag von Prof. Dr. Carsten Zelle vo
 rgestellt und näher untersucht werden. Gefragt wird dabei danach, ob die li
 terarisierende Form der Darstellung naturwissenschaftlichen Wissens nur äuß
 eres rhetorisches Dekorum ist, das auf didaktische bzw. wissenspopularisier
 ende Zwecke abzielt, oder ob ihm eine darüberhinausgehende erkenntnistheore
 tische bzw. erkenntniskritische Dimension zugesprochen werden muss. Das Tex
 tkorpus, an das diese Frage gestellt wird, ist Krügers im engen Sinn litera
 risches Werk Träume – eine Sammlung von gut 160 kürzeren satirischen Traumt
 exten, die an die Gattungstradition des gelehrten Somnium satyricum zwar an
 knüpft, die Krüger aber nutzt, um 1750 heftig umstrittene Themen der Naturf
 orschung und Medizin zu diskutieren und auf die Schippe zu nehmen.Prof. Dr.
  Rainer Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann laden Sie h
 erzlich ein.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelE-Mail: rainer.godel@leopo
 ldina.orgTel.: 0345 / 47 239 -115
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