BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:https://github.com/derhansen/sf_event_mgt
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
UID:780-96@www.leopoldina.org
CLASS: PUBLIC
SUMMARY:Klassifikationen zwischen den Kulturen
DESCRIPTION:Als der später weithin bekannte Psychiater Emil Kraepelin im Al
 ter von 30 Jahren an die Universität Dorpat/Tartu berufen wurde, ließ er si
 ch vermutlich wenig auf die multikulturelle Situation ein, die er dort vorf
 and. Wie viele akademische Zeitgenossen sah er die damals noch deutschsprac
 hige Universität im Baltikum, eine der bedeutendsten im Russischen Reich, a
 ls eine Art Exil bzw. Durchgangsstation für die Karriere an, auf die er inn
 erhalb des Deutschen Reiches hoffte.Sein Forschungsprogramm für die aufstre
 bende Disziplin Psychiatrie brachte der Autor des Compendiums, das in zahlr
 eichen folgenden Auflagen zu einem mehrbändigen und einflussreichen Lehrbuc
 h anwachsen sollte, bereits mit. Doch fand er an seiner neuen Wirkungsstätt
 e nicht nur eine komplizierte (universitäts-) politische Situation inmitten
  schwieriger Aushandlungsprozesse zwischen den verschiedenen kulturellen Gr
 uppen vor, sondern auch Studenten aus vielen Regionen und mit unterschiedli
 chen Muttersprachen, die sich auf die gültige Unterrichtssprache einlassen 
 mussten. Zudem übernahm er eine kurz zuvor gegründete psychiatrische Univer
 sitätsklinik, in der alle Bevölkerungsgruppen vertreten waren – mit denen e
 r sich teils nur rudimentär verständigen konnte.Doch wie verschafften sich 
 die Patientinnen und Patienten unterschiedlicher Sprachgruppen in dem Kosmo
 s der meist von deutschsprachigen Chefärzten geleiteten Universitätsklinike
 n Gehör – gerade in der Psychiatrie, dieser auf Sprache besonders angewiese
 nen Disziplin? Welche Übersetzungsprozesse wurden von wem im therapeutische
 n Alltag geleistet, und welche Auswirkungen hatte die partielle Sprachlosig
 keit auf die klinische Forschung? Welche Chancen ergaben sich gerade aufgru
 nd der Mehrsprachigkeit in einer „contact zone“ zwischen Westeuropa und Rus
 sland für die psychiatrische Wissenschaft und Praxis? Auf diese Fragen soll
  der Vortrag auf der Basis teils neu erschlossener Quellen erste, vorläufig
 e Antworten geben.Prof. Dr. Rainer Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. 
 Dieter Hoffmann laden Sie herzlich ein.\n\nWeitere Informationen und Anmeld
 ung\n\nDie Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt 
 ist frei. Ein Anmeldung ist nicht erforderlich.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rai
 ner GodelLeiter des StudienzentrumsE-Mail: rainer.godel@leopoldina.orgTel.:
  0345 / 47 239 -115
LOCATION:Halle (Saale)
DTSTAMP:20251112T170935Z
DTSTART:20170307T170000Z
END:VEVENT
END:VCALENDAR
