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SUMMARY:Kleine Teilchen, große Wirkung: Metallpartikel in anorganischen Glä
 sern.
DESCRIPTION:Die optischen Eigenschaften transparenter kommerzieller Gläser,
  wie zum Beispiel auch von Fensterglas, lassen sich durch den Einbau von Me
 tallpartikeln so verändern, dass intensive Verfärbungen auftreten. Ein Beis
 piel ist das im Kunsthandwerk häufig verwendete Goldrubinglas. Diese Verfär
 bungen werden technisch dadurch erzielt, dass Glas in Metallsalzschmelzen ü
 berführt und thermisch behandelt wird. Dabei diffundieren Metallionen in de
 n oberflächennahen Glasbereich hinein, werden dort zu Metallatomen reduzier
 t, die anschließend zu Metallpartikeln aggregieren. Die Wechselwirkung von 
 Licht mit solchen Partikeln lässt sich im Prinzip mit Hilfe der klassischen
  Elektrodynamik beschreiben, ist aber in vielen Fällen erst heute mit zum T
 eil aufwendigen Computerprogrammen quantitativ berechenbar. Das Ergebnis si
 nd Extinktionsbanden, deren Lage im Spektrum von Größe und Form der Partike
 l und deren Stärke von der Partikelkonzentration abhängen. Experimente best
 ätigen diese Rechnung in exzellenter Weise. Berg wird in seinem Vortrag auf
  einige technisch interessante Anwendungen eingehen, die erst in jüngster Z
 eit vorgeschlagen wurden (hochselektiv getönte Scheiben für Fahrzeuge und a
 ndere Industrieprodukte).Gunnar Berg hat an der Martin-Luther- Universität 
 in Halle Physik studiert und zwei Promotionen abgeschlossen, zum Dr. rer. n
 at. mit einer Arbeit, die Thermodynamik und Kristallphysik verknüpfte, und 
 zum Dr.-Ing. mit einer Arbeit über Probleme bei der Sicherheit von Schachtf
 örderungen im Bergbau in Freiberg. Es gelang ihm, in Halle eine eigenständi
 ge Arbeitsrichtung aufzubauen, die Glasphysik, die dem Bereich Experimental
 physik zuzuordnen ist, und sich mit Fragen des Zusammenhangs von molekulare
 r Struktur und physikalischen Eigenschaften von Glas beschäftigt. Mit der W
 ende wurde er erster frei gewählter Leiter des Fachbereichs Physik, Profess
 or für Experimentalphysik, Dekan und später Rektor der Martin-Luther-Univer
 sität und hat sich als solcher bei der Neuformung der Universität große Ver
 dienste erworben. Er ist in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien tätig, i
 st Vorsitzender des Vorstands der Leucorea, war Präsident der Rektorenkonfe
 renz des Landes Sachen-Anhalt, ist Vorstandsmitglied der Deutschen Physikal
 ischen Gesellschaft, ist Beiratsmitglied des mathematisch-naturwissenschaft
 lichen Fakultätentages, dessen Vorsitzender er zeitweise war, u.v.a.m. Im J
 ahr 1999 wählte ihn die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina zu i
 hrem Mitglied (Sektion Physik). Seit 2000 ist er Sekretar für Naturwissensc
 haften und Präsidiumsmitglied der Leopoldina.
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