BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:https://github.com/derhansen/sf_event_mgt
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
UID:896-96@www.leopoldina.org
CLASS: PUBLIC
SUMMARY:Kosmo-Poetik: Was haben Physik und Literatur sich zu erzählen?
DESCRIPTION:Warum und zu welchem Ende lohnt es, sich mit den Beziehungen zw
 ischen Physik und Literatur zu beschäftigen? Diese Frage soll im Vortrag an
 hand eines Umrisses historischer Beispiele und systematischer Analysen skiz
 ziert werden.Zur Zeit Johannes Keplers ist die Synthese wissenschaftlicher 
 und literarischer Schreibweisen in einem Text noch denkbar: Kepler entwirft
  1609 in seinem Somnium, der parallel zur Astronomia nova entsteht, eine fi
 ktive Mondreise, die den Kampf zwischen den miteinander konfligierenden Wel
 tbildern inszeniert und durch allegorische, optische, narrative und wissens
 chaftliche Schreibverfahren der neuen astronomischen Auffassung zur Verbrei
 tung verhilft.Mit Kepler als Vorbild reflektieren auch heute literarische T
 exte den fundamentalen Beitrag der Physik zur Kultur des 20. und 21. Jahrhu
 nderts: z.B. ist Thomas Lehrs These im Roman 42, dass die größten Herausfor
 derungen des Zeitdenkens im 20. Jahrhundert nicht von der Philosophie, sond
 ern von der Physik ausgehen. Er entwirft in seinem Roman ein fiktives Szena
 rio des Zeitstillstands als Gedankenexperiment am C.E.R.N, um die Dynamik d
 es physikalischen Zeitdenkens aus gesamtkultureller Perspektive zu problema
 tisieren.Doch auch der umgekehrte Weg ist möglich, von der Narration zur Fi
 ktion – in der Physik: Der theoretische Physiker Kip Thorne nimmt eine Frag
 e aus Carl Sagans Roman Contact zum Anlass, um das Modell der durchquerbare
 n Wurmlöcher physikalisch zu entwickeln, das im Wesentlichen auf der Glaubw
 ürdigkeit der Einführung fiktiver Größen in der theoretischen Physik basier
 t. Der analytische Fokus des Vortrages möchte aufzeigen, wie Autoren argume
 ntieren und wie Physik und Literatur sich gegenseitig inspirieren, um als R
 äume des symbolischen Probehandelns zu fungieren, in denen das Unvorstellba
 re mathematisch und/oder menschlich denkbar wird. Dieser Vortrag ist im Rah
 men des ELINAS – Center for Literature and Natural Science – an der Univers
 ität Erlangen entstanden, und seine Ergebnisse stammen zum Teil aus der gem
 einsamen Arbeit von Klaus Mecke und Aura Heydenreich.Es laden Sie herzlich 
 ein: Prof. Dr. Rainer Godel, Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann 
 und Prof. Dr. Florian Steger.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelE-Mail: r
 ainer.godel@leopoldina.orgTel.: 0345 / 47 239 -115
LOCATION:Halle (Saale)
DTSTAMP:20251112T170935Z
DTSTART:20151103T170000Z
DTEND:20151103T183000Z
END:VEVENT
END:VCALENDAR
