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SUMMARY:Krebsentstehung durch Viren
DESCRIPTION:im Audimax der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Univ
 ersitätsplatz 1, 06108 Halle (Saale) Etwa 20 Prozent aller Krebserkrankunge
 n weltweit sind durch Infektionen bedingt: Viren, Bakterien und Parasiten s
 ind an der Krebsauslösung beteiligt. Unter den Viren verursachen Epstein-Ba
 rr-Viren u. a. proliferative Erkrankungen des hämatopoetischen Systems; das
  humane Herpesvirus Typ 8 ist für das Kaposi-Sarkom verantwortlich und zahl
 reiche humanpathogene Papillomavirus-Typen vor allem für Krebserkrankungen 
 im Anogenitalbereich. Eine herausragende Rolle spielen diese Infektionen al
 s Ursache des Gebärmutterhalskrebses. Hepatitis B- und C-Viren verursachen 
 einen erheblichen Anteil der Leberzellkrebse und das humanpathogene T-lymph
 otrope Retrovirus I induziert eine T-Zell-Leukämie des Erwachsenenalters, d
 ie bevorzugt in Ostasien auftritt. Der Beitrag dieser Infektionen zur jewei
 ligen Krebsentstehung unterscheidet sich sehr deutlich zwischen den einzeln
 en Infektionserregern. Mehrere onkogene Viren lassen sich als direkte Karzi
 nogene charakterisieren: Hier erfordert die maligne Transformation der infi
 zierten Zellen die ständige Aktivität spezifischer viraler Onkogene. Andere
  tragen offensichtlich indirekt zur Krebsentstehung bei, indem sie onkogene
  Veränderungen beispielsweise durch Immunsuppression (bei HIV) fördern. Für
  eine dritte Gruppe legen die verfügbaren Daten nahe, dass sie partiell dir
 ekt, aber auch indirekt zum Krebsgeschehen beitragen können (Hepatitis B-Vi
 ren). Die zunehmende Kenntnis von Infektionen als Krebserreger führt zu wei
 treichenden klinischen Konsequenzen: Mit Hepatitis B- und Papillomvirus-Imp
 fstoffen sind erstmalig spezifische Immunisierungen zur Vorbeugung bestimmt
 er Krebserkrankungen möglich. Darüber hinaus werden die Krebsdiagnostik und
  Therapie zunehmend von diesen Entwicklungen beeinflusst.Da die meisten die
 ser Erkenntnisse erst innerhalb der vergangenen 25 Jahre zustande kamen, is
 t nicht auszuschließen, dass künftig ein weiterer Anteil von Krebserkrankun
 gen des Menschen mit Infektionserregern in Zusammenhang gebracht werden kan
 n.Harald zur Hausen war bis 2003 Vorsitzender und Wissenschaftliches Mitgli
 ed des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in H
 eidelberg. Seit 1987 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforsch
 er Leopoldina (Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin) und seit 2003 V
 izepräsident der Akademie. Im Dezember 2008 wurde er mit dem Nobelpreis für
  Medizin ausgezeichnet.
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