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UID:1091-96@www.leopoldina.org
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SUMMARY:Leopoldina-Symposium „Erbfehler und -krankheiten – „Erbsünden” ohne
  Sündenfall?”
DESCRIPTION:Abweichungen von der phänotypischen Ausprägung, die betroffene 
 Tiere in ihrer physischen/psychischen Gesundheit belasten und einen genetis
 che Ursache haben, werden als Erbfehler oder Erbkrankheiten bezeichnet. Sie
  sind bei Tieren mit Schmerzen, Leid oder Tod der betroffenen Individuen ve
 rbunden und bedeuten Kosten und wirtschaftliche Verluste bei Tierhaltern un
 d -besitzern. Da Erbfehler und Erbkrankheiten – von wenigen Ausnahmen abges
 ehen – nicht therapierbar (und höchstens manchmal in ihren phänotypischen F
 olgen unterdrückbar) sind, ist ihre Bekämpfung bei Tieren eine primär tierz
 üchterische Aufgabe. Zur Reduktion des Auftretens von Merkmalsträgern ist e
 s nötig, die genetische Grundlage eines Erbfehlers/-krankheit zu klären und
  kausale genetische Veränderung festzustellen. Dies ermöglicht züchterische
  Entscheidungen und einen präventiven Tierschutz.In der Datenbank OMIA (htt
 p://omia.angis.org.au/home/ Online Mendelian Inheritance in Animals) sind a
 ktuell fast 2835 Merkmale/Störungen/Krankheiten bei Nutz- und Begleittieren
  aufgelistet, von denen über 1000 einem Mendelschen Erbgang folgen. 1276 Er
 bfehler haben das Potenzial als Modelle für den Menschen.Erstmals in ihrer 
 über 10.000 jährigen Geschichte ist die Tierproduktion nunmehr prinzipiell 
 in der Lage, Populationen innerhalb einer einzigen Generation gänzlich von 
 bestimmten Erbdefekten zu befreien bzw. die Verbreitung diese Erbfehler kon
 trolliert zu verfolgen, wenn es für den jeweiligen Defekt molekulargenetisc
 he Analyseverfahren gibt und alle Zuchttiere bzw. deren Nachkommen beprobt 
 und diagnostiziert werden. Für knapp 500 Erbfehler ermöglichen molekulargen
 etische Tests, Anlageträger (die das Merkmal nicht zeigen, aber die genetis
 che Anlage tragen) zuverlässig zu diagnostizieren. Die zunehmende Zahl diag
 nostizierbarer Erbfehler führt allerdings nun zu Diskussionen darüber, wie 
 mit der Situation der „Letalbürde“ züchterisch umzugehen ist.Das Symposium 
 richtet sich an Wissenschafter der beteiligten Disziplinen und soll außerde
 m eine fachlich interessierte Öffentlichkeit mit der Thematik vertraut mach
 en um ihr zu erlauben, sich eine faktenbasierte Meinung zu bilden. Das Symp
 osium soll dazu beitragen, die Kompetenz der Akademie für zukünftige Aufgab
 en im Rahmen der Beratung der Agrarpolitik und des Öffentlichen Veterinärwe
 sens im Umgang mit der Problematik der Inzuchtdepression sowie der Entstehu
 ng und Bekämpfung von Erbfehlern bei Tieren und ihren - auch wirtschaftlich
 en - Folgen zu stärken und zu fokussieren.Wissenschaftliche Vorbereitung: G
 ottfried Brem, Mitglied der Leopoldina, Wien
LOCATION:Wien
DTSTAMP:20251112T170935Z
DTSTART:20130320T230000Z
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