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SUMMARY:Mathematik, Politik und Recht
DESCRIPTION:Monatssitzung der LeopoldinaVortragsgebäude der AkademieEmil-Ab
 derhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)Politiker müssten doch in der Lage se
 in, faire Wahlverfahren, rationale gesellschaftliche Entscheidungsprozesse 
 und schlupflochfreie Marktregulierungen zu finden; und wenn sie sich nicht 
 einigen können, so denkt fast jeder, dann sollen das eben unsere Gerichte r
 egeln. In diesem Vortrag wird dargestellt, dass dies unerfüllbares Wunschde
 nken ist. Die Gründe dafür sind mathematischer Natur. Zum einen kann man z.
 B. mathematisch beweisen, dass es (in einem präzisierbaren Sinn) gar keine 
 "fairen" Wahlverfahren und keine "rationalen" Entscheidungsprozesse gibt. Z
 um anderen sind bei Regulierungs- oder Deregulierungsmaßnahmen die auftrete
 nden technischen Restriktionen häufig so kompliziert (man denke an Schienen
 - oder Luftverkehr, an die Nutzung von Pipelines), dass sie einfach nicht i
 n juristischer Sprache formuliert werden können. Gut gemeinte Verordnungen 
 sind nicht selten mathematisch widersprüchlich, führen auf praktisch unlösb
 are Probleme oder überfordern das Verständnis aller Beteiligten. Diese Beis
 piele legen nahe, dass bei einigen Gesetzgebungsprozessen und Verordnungen 
 mathematischer Sachverstand erforderlich ist. Dieser wird derzeit aber nur 
 sehr selten genutzt.Martin Grötschel ist seit 1991 Mathematikprofessor an d
 er TU Berlin und Vizepräsident des Konrad-Zuse-Zentrums für Informationstec
 hnik Berlin. Er studierte 1969-1973 in Bochum; Promotion (1977) und Habilit
 ation (1981) erfolgten in Bonn. Von 1982 bis 1991 war er Professor an der U
 niversität Augsburg und von 2002 bis 2008 Sprecher des Berliner DFG-Forschu
 ngszentrums MATHEON. Seine mathematischen Forschungsinteressen liegen in de
 n Bereichen Diskrete Mathematik, Optimierung  und Operations Research mit d
 irekten Verbindungen zur Informatik. Sein spezielles Interesse gilt dem Ent
 wurf praktisch effizienter Verfahren zur Lösung schwieriger kombinatorische
 r Optimierungsprobleme. Er arbeitet bei der Umsetzung der Ergebnisse in die
  Praxis eng mit Wissenschaftlern aus anderen Disziplinen und Praktikern aus
  der Industrie zusammen. Die von ihm und seiner Arbeitsgruppe bearbeiteten 
 Anwendungsgebiete reichen von der Telekommunikation über Chip Design, Energ
 ieverteilung, Produktionsplanung und -steuerung, Transport und Logistik bis
  hin zu Fragen des öffentlichen Verkehrs. Er hat sich gleichfalls mit Theme
 n der elektronischen Information und Kommunikation sowie des Bibliothekswes
 ens beschäftigt. Grötschels wissenschaftliche Leistungen wurden vielfach au
 sgezeichnet. Er ist u. a. Träger des Leibniz- und des Beckurts-Preises und 
 der EURO Gold Medal, des von Neumann-, des Dantzig und des  Fulkerson-Preis
 es. Er ist Mitglied der Leopoldina, der BBAW, der US National Academy of En
 gineering und von acatech. Er war Vorsitzender der Deutschen Mathematiker-V
 ereinigung und ist seit 2007 Generalsekretär der International Mathematical
  Union.Seit 2005 ist Martin Grötschel Mitglied der Deutschen Akademie der N
 aturforscher Leopoldina (Sektion Informationswissenschaften).Kontaktadresse
 : Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel, Konrad-Zuse-Zentrum für Inform
 ationstechnik, Takustraße 7, 14195 Berlin
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