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SUMMARY:Mikro- und Nanostruktur pflanzlicher Grenzflächen: Vielfalt, Entste
 hung, Funktion und technische Umsetzung.
DESCRIPTION:Die Oberflächen der Blätter der Lotus- Blume sind nicht nur ext
 rem unbenetzbar mit Wasser, sondern an ihnen können sich auch keine Schmutz
 partikel festhaften – sei es Staub, Pilzsporen oder Diesel-Ruß. Die Entdeck
 ung dieses Anti-Haftmechanismus (Lotus-Effekt) geht auf Wilhelm Barthlott i
 n den 90 er Jahren zurück. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass unter
  bestimmten Gegebenheiten besonders rauhe Oberflächen sauberer bleiben als 
 glatte. Für die sich aus dem Lotus-Effekt vor allem für die industrielle An
 wendung ergebenden vielfältigen Möglichkeiten wurde Wilhelm Barthlott vielf
 ach ausgezeichnet. Die Tatsache, dass dauerhaft schmutzfreie Oberflächen fa
 szinierende Perspektiven ermöglichen (Reinigungswasserersparnis wirkt sich 
 beispielsweise positiv auf den Umweltschutz aus), wirft die Frage auf, wie 
 der Lotus-Effekt technisch anwendbar ist. Die Perspektiven reichen von selb
 streinigenden Autolacken, Fassadenfarben oder Dachziegeln bis zu vielen and
 eren Produkten. Voraussetzung für diese Erfolgsgeschichte der Bionik war di
 e Entdeckung und Aufklärung des Prinzips einer wasserabweisenden rauhen Mik
 rostruktur. Hierüber wird Wilhelm Barthlott in seinem Vortrag berichten.Wil
 helm Barthlott hat in Heidelberg Biologie studiert, absolvierte Forschungsa
 ufenthalte in Südamerika, Nordamerika, Großbritannien und Nordafrika, wurde
  1982 C3-Professor für systematische Botanik und Pflanzengeographie an der 
 Freien Universität Berlin und ist seit 1985 C4-Professor und Direktor am Bo
 tanischen Institut und des Botanischen Gartens der Universität Bonn. Seine 
 Forschungsgebiete sind die Erforschung pflanzlicher Oberflächen. Er hat als
  erster erkannt, dass der Feinbau pflanzlicher Oberflächen zur systematisch
 en Einordnung von Pflanzen dienen kann. Die Beschaffenheit pflanzlicher Obe
 rflächen hat ihn dazu stimuliert, künstliche Oberflächen zu entwickeln, die
  heute bei der Herstellung von Fassadenbeschichtungen, Autolacken usw. ihre
  Anwendung finden (Lotus-Effekt). Für diese Arbeiten erhielt er zahlreiche 
 Auszeichnungen, so den Karl Heinz Beckurts- Preis für wissenschaftlich inno
 vative Grundlagenforschung (1997), und 2001 die Treviranus-Medaille, die hö
 chste Auszeichnung des Verbandes Deutscher Biologen, sowie den GlobArt Awar
 d für innovative, grenzübergreifende Leistungen. Er ist Mitglied mehrerer w
 issenschaftlicher Gremien und Akademien. Seit 1999 ist er Mitglied der Deut
 schen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Organismische Biologie
 ).
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