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SUMMARY:Nur ein philosophischer „Sonntagsjäger“? - Der Naturforscher Ernst 
 Mach als Grenzgänger und Grenzüberschreiter
DESCRIPTION:Ernst Mach war bereits ein international erfolgreicher Experime
 ntalphysiker und Naturwissenschaftler, als er nach Professuren in Graz und 
 Prag am Höhepunkt seiner Karriere im Jahre 1895 den für ihn neu geschaffene
 n Lehrstuhl für „Philosophie, insbesondere Geschichte und Theorie der induk
 tiven Wissenschaften“ an der Universität Wien übernahm. Was bewog den passi
 onierten „Naturforscher“, der sich Zeit seines Lebens als „Sonntagsjäger“ i
 n der Philosophie betrachtete, gerade diesen wichtigen Lehrstuhl zu überneh
 men, der dann die Grundlage für seine Nachfolger Ludwig Boltzmann und Morit
 z Schlick, dem Begründer des Wiener Kreises, bildete?Um diese Frage zu bean
 tworten, muss man auf Machs geistige Sozialisation zurückgehen: sein Schlüs
 selerlebnis bei der Lektüre Kants, die Prägung durch den Kantianer Friedric
 h Beneke, sowie seine Auseinandersetzung mit den philosophischen Zeitgenoss
 en: von Franz Brentano ausgehend, über Wilhelm Jerusalem, hin zu Theodor un
 d Heinrich Gomperz. Nicht zuletzt spiegelt die pluralistische und differenz
 ierte Rezeption Machs im Wiener Kreis (mit Wittgenstein und Popper) dessen 
 (anti-)philosophisches Erbe, das sich nicht nur in der Aktivität des Verein
 s Ernst Mach manifestierte. Die späte Entdeckung Machs durch Paul Feyeraben
 d polarisierte genauso wie dessen Streitschrift „Wider den Methodenzwang“. 
 Vor dem Hintergrund dieser breiten und starken Wirkungsgeschichte in der Ph
 ilosophie ist Machs pessimistisches Resümee erstaunlich, wonach am Beginn d
 es 20. Jahrhunderts wieder eine dominante aprioristische Wende eingetreten 
 sei. Im Vortrag werden die Umstände seiner Berufung beschrieben und Machs a
 utobiografische Bestandsaufnahme im Vergleich zu seiner pluralistischen Wir
 kungsgeschichte aus heutiger Sicht neu bewertet – was ihn als einem Vorläuf
 er einer aktuellen historischen Epistemologie und Wissenschaftsphilosophie 
 jenseits von traditioneller „Schulphilosophie“ erscheinen lässt. Prof. Dr. 
 Rainer Godel, Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann und Prof. Dr. F
 lorian Steger laden Sie herzlich ein.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelE
 -Mail: rainer.godel@leopoldina.orgTel.: 0345 / 47 239 -115
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