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SUMMARY:Politikberatung im Alten Orient
DESCRIPTION:Im alten Mesopotamien wollten weder Herrscher noch Generäle wic
 htige Beschlüsse in die Tat umsetzen, ohne dass eigens darauf spezialisiert
 e Fachleute deren Zukunftsfähigkeit geprüft und ihren sicheren Erfolg vorau
 sgesagt hätten. Assyrer und Babylonier sowie deren Nachbarn in nah und fern
  hegten keine Zweifel daran, dass die dauerhafte wirtschaftliche, politisch
 e und militärische Überlegenheit des Zweistromlandes nicht zuletzt auf Umsi
 cht und Können dieser Spezialisten zurückzuführen war.Der Ruhm der altorien
 talischen Fachleute verbreitete sich im gesamten Mittelmeerraum. Auch im kl
 assischen Griechenland und im antiken Rom wollte man angesichts ihrer Erfol
 ge ohne den Rat von Sterndeutern und Opferschauern keine wichtigen politisc
 hen und militärischen Entscheidungen treffen. Heute lassen Tausende von Kei
 lschrifttexten das von wissenschaftlicher Systematik geprägte komplexe Lehr
 gebäude der altorientalischen Zukunftsschauer erkennen. Das Studium dieser 
 Quellen erlaubt zum einen, eine Antwort auf die drängende Frage zu finden, 
 wie es nur möglich war, dass eine auf der Beobachtung von Vorzeichen fußend
 e Politikberatung dauerhaft stabile politische Verhältnisse beförderte. Zum
  anderen lädt das Beispiel der altorientalischen Wahrsagekunst dazu ein, üb
 er Möglichkeiten und Grenzen sowie Sinn und Unsinn prognostischer Verfahren
  nachzudenken.  \n\nProf. Dr. Stefan M. Maul, Mitglied der Leopoldina\n\n  
 Stefan M. Maul ist seit 1995 Ordinarius für Altorientalistik an der Ruprech
 t-Karls-Universität Heidelberg sowie seit 2012 Dekan der Philosophischen Fa
 kultät der Universität. Er ist Mitglied der Leopoldina, der Heidelberger Ak
 ademie der Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied der Göttinger Aka
 demie der Wissenschaften. Für seine Forschungen wurde ihm 1995 der Gottfrie
 d Wilhelm Leibniz-Preis verliehen.\n\nWeitere Informationen\n\nDie Teilnahm
 e an der Veranstaltung ist kostenlos und steht allen Interessierten offen. 
 Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.\n\nKontakt\n\nClaudia BrandtAbteilun
 g Wissenschaft – Politik – GesellschaftTel.: 0345 / 472 39-865E-Mail: claud
 ia.brandt@leopoldina.org
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