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SUMMARY:Rousseau und die Wissenschaften. Eine Fallerörterung zu Grenzfragen
  zwischen Philosophie und Wissenschaftsgeschichte
DESCRIPTION:Unser traditionelles Bild von Rousseaus Einstellung zu den Wiss
 enschaften ist seit rund zweihundertfünfzig Jahren über das Niveau eines gr
 otesken Zerrbildes kaum hinausgekommen. Daran haben weder Wissenschaftshist
 oriker noch Rousseau-Forscher etwas ändern können – auch nicht das Urteil d
 es bedeutenden französischen Mathematikers d’Alembert, der im Jahr des Ende
 s von Rousseaus Publikationstätigkeit 1762 in einem Brief an Rousseau schri
 eb, er habe im Laufe der vergangenen zwölf Jahre schließlich seine Überlege
 nheit (superiorité) über alle Gelehrten (sur tous les gens de lettres) bewi
 esen. In dem Zerrbild von Rousseaus Einstellung zu den Wissenschaften ersch
 eint er als eine Art neuzeitlicher Kassandra der Wissenschaften und Technik
 , die der Menschheit angeblich nichts besseres mehr raten kann, als aus Kul
 tur und Gesellschaft zu flüchten und in eine vermeintlich urtümliche Natur 
 zurückzukehren. Erst ungefähr seit den sechziger Jahren des vergangenen Jah
 rhunderts haben einige wenige italienische, amerikanische und französische 
 Wissenschaftshistoriker und Rousseau-Spezialisten angefangen einzusehen, da
 ss und wie man dies Zerrbild korrigieren kann. An dieser Korrektur wird sic
 h der Vortrag beteiligen. Es soll gezeigt werden, dass und inwiefern Rousse
 au der erste und bis heute am tiefsten blickende Theoretiker der komplizier
 ten Beziehungen zwischen Wissenschaft und Praxis ist. 
LOCATION:Hauptgebäude der Leopoldina
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