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SUMMARY:Sehen denken. Beobachtung und Theorie in der Anatomie der Frühen Ne
 uzeit
DESCRIPTION:Ist jede Beobachtung nicht eigentlich von einer Vorannahme best
 immt? Inwieweit prägen die Kategorien der Beobachter deren visuelle Wahrneh
 mung selbst? Gibt es so etwas wie „reine“ Beobachtung, einen offenkundigen 
 Zugang des Menschen zur Welt um ihn herum? Diese Fragen der Theorie der Beo
 bachtung, mit denen sich die Wissenschaftsphilosophen seit langem beschäfti
 gen, werden im Wissenschaftshistorischen Seminar anhand eines historischen 
 Beispiels auf neue Weise diskutiert. \n\nDer Sehsinn und sein Zusammenspiel
  mit dem Verstand waren gerade in der Frühen Neuzeit ein zentraler Diskussi
 onspunkt, wenn es darum ging zu klären, wie verlässlich Sinneswahrnehmungen
  sind. Die Anatomie erhebt ihrerseits den Anspruch, eine Disziplin zu sein,
  die sich rein auf den sinnlichen Augenschein und damit auf empirische Evid
 enz stützt. Die anatomische Untersuchung des Sehsinnes erlaubte zudem schon
  früh Aufschlüsse über die organische Struktur des Sehsinnes, seine Struktu
 r und sein Funktionieren. Doch sind, so wurde im 17. und 18. Jahrhundert ge
 fragt, die Sehnerven wirklich hohl? Der Vortrag zeigt, dass diese scheinbar
  marginale Frage zu einem der Kernpunkte der Diskussion zahlreicher renommi
 erter Wissenschaftler wurde. Vesalius und Kepler, Descartes und Newton, kur
 z: einige der Gründerväter dessen, was wir heute als moderne Wissenschaft v
 erstehen, vertraten nicht nur sehr unterschiedliche Positionen zu dieser Fr
 age, Grundlage ihrer Antworten waren auch jeweils unterschiedliche Theorien
 . \n\nVon der kritischen Konfrontation mit diesem historischen Beispiel kön
 nen auch die heutigen epistemologischen Diskussionen über die Theoriehaltig
 keit der Beobachtung viel lernen.\n\nProf. Dr. Rainer Godel und Leopoldina-
 Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann laden Sie herzlich ein.\n\nBild: L’homme
  de René Descartes (Wikimedia Commons)\n\nWEITERE INFORMATIONEN UND ANMELDU
 NG\n\nDie Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt i
 st frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. \n\nKontakt\n\nProf. Dr. Ra
 iner GodelLeiter des Zentrums für WissenschaftsforschungE-Mail: rainer.gode
 l@leopoldina.orgTel.: 0345 / 47 239 -115
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