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SUMMARY:Sexuelle Fortpflanzung und genetischer Konflikt
DESCRIPTION:Monatssitzung der LeopoldinaVortragsgebäude der AkademieEmil-Ab
 derhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)Bei plazentaren Säugetieren wächst de
 r Fötus auf Kosten der Mutter heran. Es besteht deshalb ein Konflikt zwisch
 en Mutter und Fötus hinsichtlich der Verteilung mütterlicher Ressourcen. Da
  eine Frau ihre Gene nur durch wiederholte eigene Schwangerschaften in der 
 Population verbreiten kann, setzt das mütterliche Genom dem fötalen Wachstu
 m Schranken, um genügend Ressourcen für weitere Schwangerschaften zu erhalt
 en. Da ein Mann seine Gene potentiell durch mehrere Frauen verbreiten kann,
  ist das väterliche Genom an maximalem Wachstum jedes einzelnen Nachkommens
  "interessiert". Dieses "Tauziehen der Geschlechter im Genom" findet seinen
  Niederschlag in der unterschiedlichen Prägung (Imprinting) bestimmter Gene
  während der Bildung von Ei- und Samenzelle. Einige der Gene, die das fötal
 e Wachstum fördern, werden bei der Eizellbildung so markiert, dass sie im F
 ötus nicht abgelesen werden. In Folge dieser Prägung sind dann nur die väte
 rlichen Kopien dieser Gene aktiv. Andere Gene, die das fötale Wachstum brem
 sen, werden bei der Samenbildung abgeschaltet. Von diesen Genen sind im Föt
 us nur die mütterlichen Kopien aktiv. Die keimzellspezifische Prägung von G
 enen beruht auf der Modifikation des Chromatins, in das die Gene eingebette
 t sind. Eine herausragende Rolle spielt dabei die Methylierung von Cytosinr
 esten der DNA sowie bestimmter Seitengruppen der Histone, um die die DNA ge
 wickelt ist. Fehlprägungen (Imprintingfehler) führen zu intrauterinem Klein
 - oder Großwuchs sowie anderen charakteristischen Syndromen, wie z. B. das 
 Prader-Willi-Syndrom und das Angelman-Syndrom. Bernhard Horsthemke: Studium
  der Chemie (Schwerpunkt Biochemie) an der Technischen Universität Berlin (
 1972-1978), wissenschaftlicher Assistent am Institut für Biochemie und Mole
 kulare Biologie der TU Berlin mit Forschungsaufenthalten in Würzburg und Le
 uven (1978-1983), Promotion (1982), Fellow der European Molecular Biology O
 rganisation an der St. Mary’s Hospital Medical School London (1984-1986), w
 issenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Institut für Humangenetik de
 s Universitätsklinikums Essen (1986-1992), Habilitation (1989). Seit 1992 P
 rofessor für Humangenetik, insbesondere molekulare Humangenetik an der Univ
 ersität Essen, seit 2001 Direktor des Instituts für Humangenetik, Essen. Gu
 tachtertätigkeiten u. a. für die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Max-P
 lanck-Gesellschaft, die Deutsche Krebshilfe, den Boehringer Ingelheim Fonds
 , das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mitglied des Editorial B
 oards der Zeitschriften Human Genetics (seit 1994), des European Journal of
  Human Genetics (seit 1997) und Neurogenetics (seit 2000) sowie Gutachtertä
 tigkeit für zahlreiche weitere Zeitschriften. 2004 Auszeichnung mit dem Pre
 is der European Society of Human Genetics.Forschungsschwerpunkte: Molekular
 e Genetik von Fehlbildungssyndromen und Tumorerkrankungen; EpigenetikSeit 2
 004 ist Bernhard Horsthemke Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforsch
 er Leopoldina (Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin).Kontaktadresse:
  Prof. Dr. Bernhard Horsthemke, Institut für Humangenetik, Hufelandstr. 55,
  45122 Essen
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