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SUMMARY:Wissenschaftsgeschichte zwischen Ost und West
DESCRIPTION:Anlässlich der Überführung der Nachlässe der ehemaligen Leopold
 ina-Mitglieder Joseph Ehrenfried Hofmann und Kurt-Reinhard Biermann lädt di
 e Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu einem Vortragsabend u
 nter dem Titel „Wissenschaftsgeschichte zwischen Ost und West“ ein.Joseph H
 ofmann, geboren 1900 in München, entdeckte während des Studiums seine Leide
 nschaft für Mathematikgeschichte, in der er 1939 schließlich habilitierte. 
 Seine mathematikhistorischen Forschungsarbeiten galten vor allem Gottfried 
 Wilhelm Leibniz. 1954 wurde er für seine Leistungen auf diesem Gebiet als M
 itglied der Leopoldina in die Sektion Wissenschafts- und Medizingeschichte 
 aufgenommen. In den Zeitraum der 1950er Jahre fällt auch der Beginn des eng
 en, brieflichen Kontaktes zwischen Hofmann und Biermann. Kurt-R. Biermann w
 iederum wurde 1919 in Bernburg geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg
 es arbeitete er als Doktorand an der Akademie der Wissenschaften der DDR, d
 ie sich zu dieser Zeit noch im Aufbau befand. Seine Forschungen galten der 
 Geschichte der Mathematik. 1968 schließlich habilitierte er bei Joseph Hofm
 ann, der bereits seine Promotion begleitet hatte. Biermann leitete ab 1969 
 die Alexander von Humboldt-Forschungsstelle und galt in der Folge als Exper
 te für diesen Naturforscher. 1972 wählte ihn die Leopoldina schließlich ebe
 nfalls der Sektion Wissenschafts- und Medizingeschichte zu.Hofmann und Bier
 mann gelten nicht nur als herausragende Wissenschaftshistoriker, vor allem 
 auf dem Gebiet der Mathematikgeschichte. Sie nehmen auch eine besondere Ste
 llung ein, betrachtet man ihre Leistungen und ihr Miteinander unter den his
 torischen Bedingungen der deutsch-deutschen Teilung nach dem Zweiten Weltkr
 ieg. Sie gelten als „Scharnier“ zwischen Ost und West und sind daher über d
 en engen Kreis der Mathematikhistoriker interessant und relevant, wenn es z
 ur Erforschung und Beurteilung wissenschaftlicher Dialoge dieser Zeit kommt
 .Hofmann starb bereits 1973 an den Folgen eines Unfalls, Biermann starb 200
 2 in Berlin. Nun wurden die Nachlässe der beiden Wissenschaftshistoriker in
  das Archiv der Leopoldina überführt. Das umfangreiche Material umfasst vor
  allem Korrespondenz, Manuskripte, Werkstattmaterialien, Tagungsvorbereitun
 gen und ähnliche Dokumente.Als Redner zum Vortragsabend an der Leopoldina s
 ind drei Wissenschaftler eingeladen: Prof. Dr. Menso Folkerts ML, Lehrstuhl
 inhaber am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften der Ludwig-Maxim
 ilians-Universität München, widmet sich in seinem Vortrag der „Wissenschaft
 sgeschichte zwischen Ost und West. Die Etablierung der Mathematikgeschichte
  als wissenschaftliche Disziplin.“ In diesem Vortrag wird zum einen das Wir
 ken Hofmanns, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Hofmann und Biermann be
 leuchtet, die nachweislich die Richtung der Mathematikgeschichte wesentlich
  beeinflusst hat. Prof. Dr. Johannes Nikolaus, Rheinbach, wird in seinem Vo
 rtrag über „Joseph Ehrenfried Hofmann als Mensch und Lehrer“ das 1973 verst
 orbene Leopoldina-Mitglied aus einem persönlicheren Blickwinkel präsentiere
 n.Dr. Heinz-Jürgen Heß, Bad Honnef, schließlich, der durch seine Zusammenar
 beit mit Hofmann an der Edition des mathematischen Briefwechsels von Leibni
 z Einblicke in das wohl wichtigste Arbeitsthema Hofmanns geben kann, wird i
 n seinem Vortrag über „Joseph Ehrenfried Hofmann 1900-1973. Anmerkungen zu 
 einer späten kurzen Zusammenarbeit“ sprechen und damit den Vortragsabend be
 schließen.
LOCATION:Vortragssaal der Leopoldina
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