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SUMMARY:Zur Geschichte der Deutschen Bücherei Leipzig in der NS-Zeit
DESCRIPTION:Die im Jahr 1912 gegründete Deutsche Bücherei (DB) – die heutig
 e Deutsche Nationalbibliothek – stellte im Bibliothekswesen Deutschlands ei
 ne Besonderheit dar. Während alle anderen Bibliotheken das Auswahlprinzip v
 ertraten, das bedeutet aus der Fülle der erschienenen Druckschriften das au
 swählten, was ihnen für ihre besonderen Zwecke geeignet erschien, sammelte 
 die DB das deutschsprachige Schrifttum des In- und Auslands vollständig. Da
 rüber hinaus war die DB Eigentum des Börsenvereins der Deutschen Buchhändle
 r, wodurch ihr als einziger Bibliothek im Reich die deutsche Verlagsprodukt
 ion weitgehend kostenlos zuging. Daraus leitete sich nicht nur ihr selbstbe
 wusster Anspruch ab, Zentralort der systematischen Erschließung und Aufbewa
 hrung der nationalen Kultur- und Wissensbestände zu sein, aufgrund ihres sp
 ezifischen Sammelauftrages entwickelte sich die DB – in heftiger Konkurrenz
  zur Preußischen Staatsbibliothek – darüber hinaus zum bibliographischen Ze
 ntrum Deutschlands. Hieraus resultierten hochbrisante Machtkämpfe, die sich
  über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erstreckten und für die deutsch
 e Bibliotheksgeschichte nicht nur zentrale Bedeutung erlangten, sondern bis
  heute nachwirken.\n\nInnerhalb der NS-Mediendiktatur weckte die DB als Ges
 amtarchiv des deutschen Schrifttums das Interesse zahlreicher NS-Schrifttum
 sbehörden, wovon sie wiederum selbst in hohem Maß profitierte. Gestützt auf
  eine breite Quellengrundlage wird erstmals gezeigt, wie sich die DB dank d
 er Förderung des Regimes zu einem effektiven Dienstleister und funktionalen
  Informationspool für die literaturpolitischen Zensur- und Verbotsinstanzen
  des nationalsozialistischen Maßnahmenstaats entwickelte. Bibliothekare der
  DB beteiligten sich nicht nur an der Indizierung und Beschlagnahmung unerw
 ünschter Literatur, sondern förderten mit ihrer bibliographischen Zuarbeit 
 die rassistisch grundierte Literaturpolitik der NS-Behörden. Auf diese Weis
 e entsteht eine weit über das bisherige Maß hinausgehende Darstellung der G
 eschichte der DB von ihrer Gründung im Kaiserreich über die Weimarer Republ
 ik bis in die Zeit des Nationalsozialismus, wobei ihre Stellung im deutsche
 n Bibliothekswesen und ihre Wechselwirkungen mit den gesellschaftlichen Tei
 lsystemen Wissenschaft, Staat und Wirtschaft die zentralen Fluchtpunkte bil
 den.\n\nProf. Dr. Rainer Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hof
 fmann laden Sie herzlich ein.\n\nWeitere Informationen und Anmeldung\n\nDie
  Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt ist frei. 
 Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer Godel
 Leiter des StudienzentrumsE-Mail: rainer.godel@leopoldina.orgTel.: 0345 / 4
 7 239 -115
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