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SUMMARY:Zwischen Erklärung, Relevanz und Erfahrung
DESCRIPTION:Die wissenschaftshistorische Forschung hat den Wandel in den Wi
 ssenschaften etliche Dekaden lang vor allem als Wechsel von Paradigmen oder
  gar im Sinne der Dynamik wissenschaftlicher Revolutionen thematisiert. So 
 wurde – zumindest im angelsächsischen Sprachraum – Wissenschaftsgeschichte 
 als erklärende und orientierende Kraft in einem von Wissenschaft erklärten 
 und von Technologie angetriebenen Zeitalter im öffentlichen Bewusstsein ver
 ankert. Spätestens mit dem Ende des 20. Jahrhunderts wurde diese unter ande
 ren auf Ludwik Fleck und Thomas Kuhn zurückreichende Sichtweise jedoch imme
 r stärker mit nicht-disziplinärem Denken, methodisch und theoretisch offene
 m Erklären und Problemlösen konfrontiert. Dies hat die Landschaft, in denen
  sich Wissenschafts- geschichte und -theorie einerseits und Biomedizin und 
 Lebenswissenschaften andererseits begegnen, grundlegend verändert.Der Vortr
 ag untersucht, wie Forschungspraktiken durch unterschiedliche, teils konver
 gierende, teils widersprüchliche Rationalitäten geformt werden. Es wird vor
  allem der Frage nachgespürt, welche Faktoren entscheidend sind für den jew
 eiligen gesellschaftlichen und kulturellen Einfluss, den „impact“ wie auch 
 die Sichtbarkeit und Relevanz von Biomedizin und Lebenswissenschaften. Dies
  erscheint deshalb als wesentlich, weil lebenswissenschaftliches Wissen und
  biomedizinische Erklärungen heute stärker denn je in kulturelle Bereiche v
 ordringen, in denen der Mensch sich seiner selbst vergewissert und in denen
  er versucht die Frage zu klären, was es bedeutet Mensch zu sein. Dies setz
 t freilich einen kritisch- reflexiven Umgang mit dem Interesse an und der R
 eichweite von wissenschaftshistorischer und –theoretischer Forschung voraus
 , der einerseits eine bis Allgemeinplatz verbreitete methodische Selbstvers
 tändlichkeit wissenschaftshistorischen Arbeitens ist, andererseits jedoch u
 nter dem – zumindest angenommenen – Druck beständiger Verpflichtung zum Nac
 hweis der eigenen Relevanz im Kanon der Fächer und im Lichte der Öffentlich
 keit steht.Prof. Dr. Rainer Godel, Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hof
 fmann und Prof. Dr. Florian Steger laden Sie herzlich ein.\n\nKontakt\n\nPr
 of. Dr. Rainer GodelE-Mail: rainer.godel@leopoldina.orgTel.: 0345 / 47 239 
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