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Mitglied im Fokus | Mittwoch, 29. April 2020

Daniel J. Frost ist Fellow der Royal Society

Daniel J. Frost ist Fellow der Royal Society

Prof. Dr. Daniel J. Frost

Unter den 51 neuen Mitgliedern der Royal Society, den sogenannten Fellows, ist mit Daniel J. Frost in diesem Jahr auch ein Mitglied der Leopoldina. Der Geowissenschaftler ist gebürtiger Brite. Nach Forschungsstationen in Großbritannien und den USA wechselte er 1997 an das Bayerische Geoinstitut an der Universität Bayreuth, das er von 2015 bis 2018 als Direktor leitete.

Mit seinen Arbeiten zum Erdmantel und Erdkern hat Daniel Frost wesentliche Erkenntnisse über den Aufbau und die Entwicklung der Erde geliefert. Die Abläufe tief im Erdinneren sind wesentlich für das Verständnis von plattentektonischen Prozessen. Frost reproduziert die in bis zu 6.000 km Tiefe stattfindenden Prozesse experimentell. Er setzt dafür Hochdruck- und Hochtemperatur-Experimente ein, für die er neue Geräte entwickelt, zum Beispiel hydraulische Pressen, die extreme Kräfte auf wenig Fläche konzentrieren. In seinen Arbeiten untersucht er Mineral-, Gesteins- und Schmelzeigenschaften, den Kohlenstoffkreislauf im Inneren der Erde sowie den Erdmantel und dessen Oxidationsgrad. So konnte er beispielsweise zeigen, dass der Oxidationszustand im Erdmantel stark von der Tiefe abhängt.

Daniel Frost studierte Anfang der 1990er Jahre in Bristol (UK) Geowissenschaften. Nach der Promotion 1995 wechselte er an das Geophysical Laboratory der Carnegie Institution of Washington, Washington D.C. (USA). 1997 wurde er Akademischer Beamter am Bayerischen Geoinstitut der Universität Bayreuth. Nachdem er 2007 zunächst zum Akademischen Direktor des Instituts aufstieg, folgte 2012 die Beförderung auf den Posten des stellvertretenden Institutsdirektors. Zwischen 2015 und 2018 war er schließlich Direktor des Bayerischen Geoinstituts. Seit 2012 ist Frost zudem Professor für experimentelle Geowissenschaften (W3) an der Universität Bayreuth. Zu seinen vielen Auszeichnungen gehören der Arnold-Sommerfeld-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (2011) und der Leibniz-Preis der deutschen Forschungsgemeinschaft (2016).

Jedes Jahr nimmt die Royal Society, die Nationale Akademie der Naturwissenschaften im Vereinigten Königreich, bis zu 52 Fellows und bis zu zehn auswärtige Mitglieder auf. Die Wahl zu einem Fellow und einem auswärtigem Mitglied basiert auf den wissenschaftlichen Leistungen der Forscherinnen und Forscher. Zeitgleich mit Daniel Frost wurden mit der Mikrobiologin Regine Kahmann, dem Chemiker Ben L. Feringa, dem Mathematiker Wendelin Werner und der Strukturbiologin Ada Yonath vier Leopoldina-Mitglieder zu auswärtigen Mitgliedern der Royal Society gewählt. Aktuell hat die Royal Society rund 1.700 Mitglieder. Auch ihr Präsident, Sir Venki Ramakrishnan, ist Mitglied der Leopoldina.

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