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Hermann Parzinger zum Kanzler des Orden Pour le mérite gewählt

Hermann Parzinger zum Kanzler des Orden Pour le mérite gewählt

Prof. Dr. Hermann Parzinger
Foto: SPK / Herlinde Koelbl

Der Prähistoriker Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Mitglied der Leopoldina, wurde zum Kanzler des Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste gewählt. Parzinger folgt auf die Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, die ebenfalls Mitglied der Leopoldina ist und das Amt seit 2013 innehatte.

Hermann Parzinger forscht zu den Wurzeln der Zivilisation. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Migrationsbewegungen in der Ur-Geschichte der Menschheit. So untersuchte er die Sesshaftwerdung des Menschen vom 7. Jahrtausend v. Chr. bis zu den frühgeschichtlichen Kulturen. Zudem ist er Spezialist für die Kultur der Skythen. Die Reiternomaden besiedelten ab dem 7./8. Jahrhundert v. Chr. die eurasischen Steppen. Von besonderer Bedeutung sind dabei Parzingers archäologische Grabungen in Zentralasien.

Hermann Parzinger studierte Vor‐ und Frühgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Provinzialrömische Archäologie. 1985 wurde er an der Ludwig‐Maximilians‐Universität München promoviert und habilitierte sich ebendort im Jahr 1991. Von 1995 bis 2003 war Parzinger Erster Direktor der Eurasien‐Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, das er im Anschluss bis 2008 als Präsident leitete. Seit 2008 steht Parzinger an der Spitze der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Prähistoriker wurde für seine wissenschaftlichen Beiträge mehrmals ausgezeichnet. So erhielt er 2012 das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland und 1998 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Seit 2011 ist Parzinger Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Sektion Kulturwissenschaften.

Dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste gehören derzeit 37 inländische und 38 ausländische Mitglieder an, darunter 13 Trägerinnen und Träger des Nobelpreises. Die Wahl in den Orden zählt zu den höchsten Ehrungen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland zuteilwerden können. Hermann Parzinger ist seit 2011 Mitglied des Ordens. Parallel zu seiner Wahl als Kanzler wurden Astrophysiker, Nobelpreisträger und Leopoldina-Mitglied Reinhard Genzel sowie Regisseurin Andrea Breth zum neuen Vizekanzler bzw. zur neuen Vizekanzlerin gewählt. Die Künstler- und Gelehrtenvereinigung wurde 1842 von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, ins Leben gerufen und 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss neu begründet. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Erster Kanzler des Ordens war der Naturforscher und Leopoldina-Mitglied Alexander von Humboldt.

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