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Stanislav Gorb erhält Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG)

Der Biologe, Materialwissenschaftler und Bioniker Stanislav Gorb, Professor an der Universität Kiel und Leopoldina-Mitglied, ist für seine Verknüpfung von Morphologie, Biomechanik und Bionik mit der Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille ausgezeichnet worden. Er nahm die Ehrung am 14. September während der Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG) entgegen.

Stanislav Gorb forscht zur Morphologie und Biomechanik der Tiere und Pflanzen, Insekten-Pflanzen-Interaktionen und Bionik. Durch seine Analyse von Gecko-Füßen hat er eine Folie mitentwickelt, die ohne Klebemittel auf verschiedenen Oberflächen haftet und immer wieder abgezogen werden kann. Ein Kletterroboter kann an ihr senkrecht eine Wand hochlaufen. Gorbs Untersuchungen der Haut von westafrikanischen Schlangen (Bitis rhinocerops) führten zur Entdeckung von einzigartigen ultraschwarzen, wasserabweisenden und selbstreinigenden Strukturen.

Gorb studierte Biologie an der Taras-Schewtschenko-Universität Kiew (Ukraine) und wurde 1991 an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften promoviert. Nach Forschungsaufenthalten an der Universität Wien (Österreich), dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und der Friedrich-Schiller-Universität Jena leitete er von 1999 bis 2002 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Er habilitierte sich 2002 für Zoologie und Entomologie an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften und leitete von 2002 bis 2008 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart. 2006 habilitierte er sich an der Universität Freiburg für Zoologie und Ökologie. Seit 2008 ist er geschäftsführender Direktor des Instituts für Zoologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er einen Lehrstuhl für Funktionelle Morphologie und Biomechanik innehat. Die Leopoldina wählte Stanislav Gorb 2011 in die Sektion Organismische und Evolutionäre Biologie.

Die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille ist der Wissenschaftspreis der DZG und mit 10.000 Euro dotiert. Die Ehrung wird zweijährlich vergeben und erinnert an das Lebenswerk des Nobelpreisträgers Karl Ritter von Frisch, der auch Mitglied der Leopoldina war. Mit dem Wissenschaftspreis zeichnet die DZG Leistungen aus, die insbesondere Erkenntnisse aus mehreren biologischen Einzeldisziplinen zusammenführen. Mit Stanislav Gorb als 19. Preisträger sind nunmehr 14 Leopoldina-Mitglieder mit dieser Auszeichnung geehrt worden.

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