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Mitglied im Fokus | Mittwoch, 28. Juli 2021

Matin Qaim zum Präsidenten der International Association of Agricultural Economists gewählt

Matin Qaim zum Präsidenten der International Association of Agricultural Economists gewählt

Prof. Dr. Matin Qaim

Der Agrarökonom Matin Qaim wird Präsident der International Association of Agricultural Economists (IAAE), der wissenschaftlichen Fachgesellschaft der Welt-Agrarökonominnen und -ökonomen. Qaim tritt das Amt als „President-Elect“ am 31. August 2021 an und ist dann unter anderem für die Organisation des alle drei Jahre stattfindenden IAAE-Kongresses verantwortlich. Ab 2024 beginnt seine dreijährige Amtszeit als Präsident der IAAE. Qaim forscht an der Universität Göttingen und ist seit 2018 Mitglied der Leopoldina.

Matin Qaim ist Agrarökonom. Er beschäftigt sich mit Fragen der Welternährung und der nachhaltigen Landwirtschaft vor dem Hintergrund knapper natürlicher Ressourcen. Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist der Kleinbauernsektor in Entwicklungsländern. Hier untersucht er Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft, Ernährung und Armut und hat bereits zahlreiche Forschungsprojekte in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas durchgeführt. Matin Qaim hat wegweisende Arbeiten zu den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Effekten gentechnisch veränderter Pflanzen und weiterer neuer Agrartechnologien vorgelegt. Er untersucht, wie sich die Globalisierung im Agrar- und Ernährungssektor auf arme Haushalte im städtischen und ländlichen Raum auswirkt und konzentriert sich dabei auf Fragen von Unterernährung, Überernährung und ernährungsbedingten Krankheiten. Im Rahmen interdisziplinärer Verbundprojekte erforscht er die Ursachen und Folgen des raschen Landnutzungswandels in tropischen Regenwaldregionen in Südostasien und erarbeitet Empfehlungen für eine nachhaltigere Landnutzung.

Qaim studierte Agrarwissenschaften an den Universitäten Bonn und Kiel. 2000 wurde er an der Universität Bonn promoviert. Anschließend forschte er bis 2003 als Gastwissenschaftler am Department of Agricultural and Resource Economics der University of California in Berkeley/USA. Im gleichen Jahr habilitierte er sich in Agrar- und Entwicklungsökonomie an der Universität Bonn. Von 2003 bis 2004 leitete er eine Forschungsgruppe am Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn. Er erhielt einen Ruf an die Universität Hohenheim in Stuttgart, wo er von 2004 bis 2007 Professor für Internationalen Agrarhandel und Welternährungswirtschaft war. Seit 2007 hat er eine Professur für Welternährungswirtschaft und Rurale Entwicklung an der Universität Göttingen inne. Qaim ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien, unter anderem im Golden Rice Humanitarian Board und im Wissenschaftlichen Beirat des Institute for Food and Agricultural Literacy an der University of California Davis/USA. Seit 2009 gehört er dem Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft an. Seit 2018 ist Qaim im Vorstand der IAAE.

Für seine Arbeiten wurde der Agrarökonom mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem Internationalen Preis der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), dem Exzellenzpreis für praxisrelevante Entwicklungsforschung 2011 von KfW Entwicklungsbank und dem Verein für Socialpolitik sowie dem InnoPlanta Wissenschaftspreis 2015. Im Jahr 2019 wurde er zum Fellow der Agricultural & Applied Economics Association (AAEA) ernannt, der höchsten Auszeichnung der US-Amerikanischen Agrarökonomie-Gesellschaft. Die Leopoldina wählte Qaim 2018 zu ihrem Mitglied in der Sektion Agrar- und Ernährungswissenschaften. Seine Expertise bringt er unter anderem in der Wissenschaftlichen Kommission Lebenswissenschaften der Leopoldina ein.

Die IAAE ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt-Agrarökonominnen und -ökonomen. Ihre Aufgabe ist es, die internationale Zusammenarbeit und den Austausch von Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Agrarökonomie weltweit zu fördern.

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