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Mitglied im Fokus | Donnerstag, 11. Februar 2021

Ralf Bartenschlager erhält Beijerinck-Preis für Virologie

Ralf Bartenschlager erhält Beijerinck-Preis für Virologie

Prof. Dr. Ralf Bartenschlager

Die Königlich Niederländische Akademie der Künste und Wissenschaften verleiht den M.W. Beijerinck-Preis für Virologie 2021 an Ralf Bartenschlager. Der Virologe wird für seine Beiträge zur Hepatitis C-Bekämpfung ausgezeichnet. Der mit 35.000 Euro dotierte Preis sowie eine Medaille sollen ihm Anfang März überreicht werden. Bartenschlager ist Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und Abteilungsleiter am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Seit 2013 ist er Mitglied der Leopoldina.

Der Preis ist nach Martinus Willem Beijerinck benannt, einem niederländischen Mikrobiologen. Er wird alle zwei Jahre von der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften (Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen, KNAW) an Spitzenvirologen auf der ganzen Welt verliehen. Bartenschlager schuf mit seiner Arbeit die Basis für die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Hepatitis C, einer Infektionskrankheit, die zu schweren Leberschädigungen führen kann. So gelang es ihm erstmals, Hepatitis C-Viren in Zellkulturen zu vermehren. Seitdem wird das von ihm entwickelte Vermehrungssystem weltweit zur weiteren Erforschung des Erregers sowie für Wirkstofftests verwendet. Bartenschlager erweiterte außerdem das Verständnis der molekularen Eigenschaften und des Vermehrungszyklus' des Hepatitis C-Virus. Neben Hepatitis-Viren erforscht der Wissenschaftler die Vermehrung weiterer Erreger wie der Coronaviren, die Wechselwirkung zwischen Viren und körpereigener Abwehr, die Wirkmechanismen antiviraler Therapien sowie die Entstehung von Therapieresistenzen.

Ralf Bartenschlager studierte Biologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und wurde dort 1990 am Zentrum für Molekulare Biologie promoviert. Seine Arbeiten am Hepatitis C-Virus begannen 1993 beim Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche in Basel (Schweiz). Nach seiner Habilitation 1999 an der Universität Mainz erhielt er 2002 eine Professur für Molekulare Virologie an der Universität Heidelberg. Seit 2014 leitet er zusätzlich die Abteilung „Virus-assoziierte Karzinogenese“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Für seine Hepatitis-Forschung hat der Biologe bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den Lautenschläger-Forschungspreis (2013), den Robert-Koch-Preis (2015), den Lasker-DeBakey Clinical Medical Research Award (2016) sowie den thailändischen Prince Mahidol Award (2019). Derzeit ist Bartenschlager Präsident der Gesellschaft für Virologie e.V. Mitglied der Leopoldina in der Sektion Mikrobiologie und Immunologie wurde er 2013.

Den seit 1966 vergebenen Virologie-Preis der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften erhielten zuvor auch die Leopoldina-Mitglieder Harald zur Hausen, Albert Osterhaus, Eckard Wimmer und Peter Palese.

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