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Mitglied im Fokus | Dienstag, 23. Juni 2020

Thomas F. Meyer erhält Robert-Koch-Medaille in Gold

Thomas F. Meyer erhält Robert-Koch-Medaille in Gold

Prof. Dr. Thomas F. Meyer

Für sein Lebenswerk und hier insbesondere für seine Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Infektionsbiologie erhält Thomas F. Meyer die Robert-Koch-Medaille in Gold. Das gab die Robert-Koch-Stiftung Anfang Juni bekannt. Meyer, derzeit Direktor der Abteilung Molekulare Biologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin, wird seine Arbeit im Bereich der Infektions-und Krebsforschung zukünftig als Seniorprofessor an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel fortsetzen.

Thomas F. Meyer ist Spezialist auf dem Gebiet der Molekularbiologie von Krankheitserregern. Im Mittelpunkt der Forschungstätigkeit des Biologen stehen Fragen nach der molekularen Wechselwirkung bedeutender Krankheitserreger mit den Zellen ihres Wirtsorganismus, insbesondere beim Menschen. Aktuell erforscht er vor allem die molekularen Mechanismen bakterieller und viraler Infektionen und die besondere Bedeutung von Wirtszellen im Verlauf einer Infektion. Zudem treibt er die Entwicklung oraler Lebendimpfstoffe und das Konzept der „wirtsgerichteten Therapie“ wie auch das Verständnis der Rolle bakterieller Krankheitserreger bei der Krebsentstehung voran. In die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina wurde Meyer 2001 gewählt.

Thomas F. Meyer studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Biologie, wo er auch zwei Jahre später mit Auszeichnung zum Doktor der Naturwissenschaften promovierte. Im Jahr 1980 wechselte er zunächst als Postdoc ins Cold Spring Harbor Laboratory und später an das Public Health Research Institute (beide New York, USA). Ab 1982 setzte er seine Arbeit am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg fort. Im Jahr 1983 übernahm Meyer eine Position als Gruppenleiter am neu gegründeten Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) und wurde 1985 als Forschungsgruppenleiter an das Max-Planck-Institut für Biologie in Tübingen berufen. Im Jahr 1990 nahm er den Ruf zum Direktor der selbstständigen Abteilung für Infektionsbiologie am MPI für Biologie in Tübingen an, die er bis in das Jahr 2000 leitete. Zudem ist er seit 1994 auch in Berlin aktiv, wo er sich als Direktor der Abteilung Molekulare Biologie an der Gründung des MPI für Infektionsbiologie beteiligte.

Mit der jüngst an ihn vergebenen Förderung des European Research Councils (ERC Grant) wird Meyer seine Forschung in den kommenden Jahren fortführen können. Nach mehreren Berufungen als Honorar- und Seniorprofessor an nationale und internationale Universitäten, wird er ab September an seinem zukünftigen Hauptstandort, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, seine jüngsten Befunde zur Rolle bakterieller Krankheitserreger bei der Entwicklung bestimmter Krebsarten beim Menschen vertiefen.

Der ebenfalls Anfang Juni verkündete Preisträger des mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preises 2020 ist Shimon Sakaguchi, Leiter des Immunology Frontier Research Center (IFReC) der Universität Osaka (Japan). Mit der Auszeichnung werden seine bahnbrechenden Arbeiten zu regulatorischen T-Zellen gewürdigt. Preis und Medaille werden voraussichtlich während eines Festakts am 13. November 2020 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin an Sakaguchi beziehungsweise Meyer überreicht.

 

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