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Prof. Dr.

Ekkehard Neuhaus

Wahljahr: 2016
Sektion: Organismische und Evolutionäre Biologie
Stadt: Kaiserslautern
Land: Deutschland
CV Ekkehard Neuhaus - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Anpassung von Pflanzen, Energietransport in Pflanzen, Transportproteine, ATP‐Transporter, Zucker-Transporter, Zellorganelle, Pflanzenzucht, Stress-resistente (-tolerante) Nutzpflanzen

Ekkehard Neuhaus ist Pflanzenforscher. Schwerpunkt seiner Forschung ist der Energietransport und Zuckertransport in Pflanzenzellen und Bakterien. Er untersucht dabei u.a. Funktionen und Struktur beteiligter Transportproteine, insbesondere ATP‐ und Zucker-Carrier. Neuhaus möchte damit den pflanzlichen Stoffwechsel weiter aufklären. Außerdem erforscht er Anpassungsprozesse von Pflanzen an wechselnde Umweltbedingungen. Ziel ist hierbei die gerichtete Zucht widerstandsfähiger Kultur¬pflanzen.

Alle lebenden Zellen brauchen Energie, die in Form des Moleküls Adenosintriphosphat (ATP) bereitgestellt wird. ATP ist die wichtigste Energieform in den Zellen und wird über zwei verschiedene Typen von Membranproteinen transportiert. Ein Typ dieser Membranproteine kommt nur in Pflanzenzellen und in Bakterien vor, von denen manche Bakterien auch schwere Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier auslösen können (z.B. epidemischer Typhus, Sexualkrankheiten). Ekkehard Neuhaus will die Funktion möglichst aller ATP-Transportproteine in Pflanzen entschlüsseln und die Struktur des bakteriellen ATP-Transporters aufklären. Auf dieser Grundlage könnten in Zukunft ggf. neue pharmazeutische Wirkstoffe entwickelt werden.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Ekkehard Neuhaus ist die Analyse der Anpassung von Pflanzen an sich verändernde Umweltbedingungen. Der Klimawandel, aber auch natürliche starke Licht‐ und Temperaturänderungen wirken sich substantiell auf die Zellfunktionen von Pflanzen aus, was bei Nutzpflanzen teilweise zu drastischen Ernteeinbußen führt. Ekkehard Neuhaus erforscht die Rolle pflanzlicher Zellorganellen (insb. Vakuolen, Chloroplasten) bei den Anpassungsreaktionen, speziell die Rolle der Zuckerkompartimentierung in den Prozessen. Er will auch die dabei wirksamen Signalwege zwischen Chloroplast und Zellkern mit aufklären. Ziel seiner Forschung hierbei ist es, in Zukunft resistentere Kulturpflanzen züchten zu können, die Klimaschwankungen und schädigende Umweltbedingungen besser tolerieren.

Werdegang

  • 2008 Ruf an die Ruhr-Universität Bochum, abgelehnt
  • 2004 Ruf an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, abgelehnt
  • seit 1999 Professor für Pflanzenphysiologie an der Universität Kaiserslautern
  • 1998 Ruf an die Humboldt Universität Berlin, abgelehnt
  • 1998 Assistenz-Professor in Pflanzenphysiologie, Universität Osnabrück
  • 1995 Habilitation in Pflanzenphysiologie, Universität Osnabrück
  • 1990-1998 Postdoctoral fellow an der Universität Osnabrück
  • 1990 Promotion an der Universität Bayreuth
  • 1987 Examen in Biologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Funktionen

  • seit 2012 Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • seit 2010 Mitglied im Hochschulrat der Universität Kaiserslautern
  • 2008-2012 Mitglied des DFG‐Fachkollegiums „Pflanzenwissenschaften“

Projekte

  • seit 2016 DFG‐Projekt „Funktion chloroplastisch‐lokalisierter Zucker bei der Akklimatisierung an Kälte“. Teilprojekt zu Transregio SFB-175 „Der Chloroplast als zentraler Knotenpunkt der Akklimation bei Pflanzen“
  • seit 2016 DFG‐Projekt „Funktion des ER‐ständigen ATP Transporters ER‐ANT1“
  • seit 2012 Sprecher des internationalen DFG‐Graduiertenkollegs IRTG1830 „Complex mem-brane proteins in cellular development and disease“
  • 2009-2016 DFG‐Projekt „Energy transport in cells. Physiological functions and structural aspects of nucleotide transport proteins”
  • 2009-2014 DFG‐Projekt „Gewinnung von pharmakologisch relevanten Triterpenen aus pflanz-lichen Zellkulturen am Beispiel von Olenanol‐ und Ursolsäure“
  • 2008-2016 DFG‐Projekt „Impact of vacuolar monosaccharide accumulation on cellular stress response of Arabidopsis. Function of TMT-type carriers“. Teilprojekt zu Forschergruppe FOR1061 „Dynamic storage functions of plant vacuoles during cold and osmotic stress”
  • 2008-2016 Sprecher der DFG‐Forschergruppe FOR1061 „Dynamic storage functions of plant vacuoles during cold and osmotic stress”
  • 2007-2010 DFG‐Projekt „Analysis of vacuolar sugar transport”
  • 2005-2009 DFG‐Projekt „Bedeutung des plastidären ATP/ADP‐Transporters für den Stoffwech¬sel von Arabidopsis thaliana“. Teilprojekt zu Schwerpunktprogramm SPP1108 „Dynamik und Regulation des pflanzlichen Membrantransports bei der Ausprägung zell‐ und organspezifischer Eigenschaften“
  • 2005-2009 DFG‐Projekt „Identifizierung und Charakterisierung von neuartigen Nukleotidtrans-portern in freilebenden Bakterien und Pflanzen“
  • 2004-2009 DFG‐Projekt „Metabolic communication in secondary endosymbionts”. Teilprojekt zu Schwerpunktprogramm SPP1131 „Intrazelluläre Lebensformen“
  • 2003-2012 Sprecher des DFG‐Graduiertenkollegs GRK845 „Molekulare, physiologische und pharmakologische Analyse von zellulärem Membrantransport“
  • 2001-2004 DFG‐Projekt „Funktionen von Isoformen des plastidären ATP/ADP‐Transporters in ‚source‘‐ und ‚sink‘‐Geweben und die Interaktion mit weiteren Transportproteinen“. Teilprojekt zu Schwerpunktprogramm SPP1108 „Dynamik und Regulation des pflanzlichen Membrantransports bei der Ausprägung zell‐ und organspezifischer Eigenschaften“
  • 2000-2003 DFG‐Projekt „Struktur/Funktionsbeziehungen nicht‐mitochondrialer Nukleotid-transporter“
  • 2000-2006 DFG‐Projekt „Grundlagen der Erwinia‐Resistenz transgener Kartoffelknollen mit verringerter Aktivität des plastidären ATP/ADP‐Transporters“
  • 1999-2002 DFG‐Projekt „Funktionelle Evolution nicht‐mitochondrialer Nukleotid‐Transporter“
  • 1999-2000 DFG‐Projekt „Molekulare Eigenschaften und physiologische Funktionen des plastidären ATP/ADP‐Translokators“. Teilprojekt zu Sonderforschungsbereich SFB431 „Membranproteine: Funktionelle Dynamik und Kopplung an Reaktionsketten“

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2016 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2009 Reinhart Koselleck-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

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