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Prof. Dr.

Christian Spahn

Wahljahr: 2016
Sektion: Biochemie und Biophysik
Stadt: Berlin
Land: Deutschland
CV Christian Spahn - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: zelluläre Funktionseinheiten, Ribosomen, Proteinbiosynthese, Translation, Kryo-Elektronenmikroskopie, tRNA-Bewegungen

Christian Spahn ist Biochemiker und Molekularbiologe. Er erforscht den Aufbau von Ribosomen und die Proteinbiosynthese. Er konnte wesentliche Unterschiede in den Funktionsweisen von Ribosomengruppen beschreiben. In Studien hat er aufgeklärt, welche Faktoren die Proteinbiosynthese beeinflussen und wie Antibiotika auf den Prozess wirken.

Die Proteinbiosynthese ist einer der Schlüsselprozesse in lebenden Zellen. Ribosomen (zelluläre Partikel) übersetzen dabei genetische Erbinformation in Eiweiße (Proteine); dieser Prozess wird auch Translation genannt. Proteine übernehmen im Organismus vielfältige Aufgaben und sind für den gesamten Stoffwechsel zuständig. Christian Spahn erforscht die Struktur und Dynamik von Ribosomen. Er konnte wesentliche Unterschiede in der Funktionsweise von menschlichen 80S-Ribosomen und bakteriellen 70S-Ribosomen aufdecken und Ribosomen nach ihrer Funktion in Sub-Populationen sortieren. Christian Spahn und sein Team setzen dafür die Kryo-Elektronenmikroskopie ein und entwickeln diese Untersuchungsmethode weiter.

Der genaue Ablauf der Translation hängt von vielen Translationsfaktoren ab, die das Ribosom beeinflussen und die strukturelle Dynamik steuern. Christian Spahn erforscht die Abläufe der Translationsprozesse in den Ribosomen. Er konnte u.a. zeigen, wie bestimmte Viren die Proteinbiosynthese beeinflussen, wo Antibiotika in den Ribosomen andocken und wie diese Wirkstoffe die Proteinherstellung blockieren. Mit Forschungsteams hat er neue Funktionszustände (pe/E hybrid-Zustand) der Proteinbiosynthese nachgewiesen sowie spontane Bewegungen in Ribosomen (tRNA-Bewegungen), die bei der Übertragung von der genetischen Vorlage zum Protein eine Rolle spielen. Die Aufklärung der Wechselwirkungen und Strukturveränderungen trägt zum Verständnis der Proteinbiosynthese und der Translationskontrolle bei. Mit seiner Forschung deckt Christian Spahn grundlegende Mechanismen in der Zelle auf.

Werdegang

  • seit 2009 Direktor des Instituts für Medizinische Physik und Biophysik, Charité Berlin
  • seit 2007 Professor (W3) für Biophysik an der Charité und Mitglied der Sciences Faculty I, Humboldt Universität zu Berlin
  • 2007 Ruf an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, abgelehnt
  • 2007 Ruf an die Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, abgelehnt
  • 2006-2007 Außerordentlicher Professor (W2, tenured) für Biophysik an der Charité Berlin
  • 2002-2008 Forschungsgruppenleiter, Volkswagen Stiftung
  • 2002-2006 Assistenzprofessor an der Charité Berlin
  • 1998-2002 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Howard Hughes Medical Institute/Wadsworth Center, USA
  • 1996-1998 Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik
  • 1996 Promotion (Dr. rer. nat.) an der Freien Universität Berlin
  • 1992-1996 Doktorand am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik
  • 1991 Diplom in Biochemie, Freie Universität Berlin
  • 1986-1991 Studium der Biochemie an der Freien Universität Berlin

 

Funktionen

  • 2012 Vorsitzender der 3D EM Gordon Research Conference
  • 2011 Stellvertretender Vorsitzender der 3D EM Gordon Research Conference
  • seit 2011 Sprecher Sonderforschungsbereich SFB 740
  • 2007-2010 Stellvertretender Sprecher Sonderforschungsbereich SFB 740
  • 2006 Vorsitzender CSHL Translational Control Meeting

 

Projekte

  • seit 2013 DFG-Projekt „Strukturelle und biochemische Analysen des Disproportionierungs-Isozyms 2 (DPE2)“
  • seit 2012 DFG-Projekt „Translationale GTPasen und das Energieprofil des 70S Ribosoms“, Teilprojekt zu FOR 1805 „Einfluss der Ribosomendynamik auf Regulation der Geschwindigkeit und Genauigkeit der Translation“
  • seit 2012 DFG-Forschergruppe FOR 1805
  • seit 2011 DFG-Projekt „Strukturelle und funktionelle Untersuchungen nukleotidabhängier Proteingerüste“, Teilprojekt zu SFB 958 „Einrüstung von Membranen: Molekulare Mechanismen und zelluläre Funktionen“
  • 2009-2012 „Ribosomes”, Mittelgeber Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) e.V.
  • 2008-2010 DFG-Projekt „Strukturanalyse eines Transducisoms in Photorezeptor Stäbchenzellen mit Kryoelektronen-Mikroskopie“, Teilprojekt zu SFB 449 „Struktur und Funktion membranständiger Rezeptoren“
  • seit 2007 DFG-Projekt „Struktur und Dynamik des eukaryotischen 80S-Ribosoms während der Elongationsphase der Proteinbiosynthese“, Teilprojekt zu SFB 740 „Von Molekülen zu Modulen: Organisation und Dynamik zellulärer Funktionseinheiten“
  • seit 2007 DFG-Projekt „Molekulare Elektronenmikroskopie“, Teilprojekt zu SFB 740
  • seit 2007 Sonderforschungsbereich SFB 740
  • 2006-2009 DFG-Projekt „Structural analysis of a transducisome in photoreceptor rod cells by cryo-electron microscopy”
  • 2002-2009 „Signalstrukturen der Boten mRNA“, Mittelgeber Volkswagenstiftung

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2016 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2014 Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO)
  • 2004-2007 Young Investigator, European Molecular Biology Organization (EMBO)

 

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