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Prof. Dr.

Charlotte Klonk

Wahljahr: 2019
Sektion: Kulturwissenschaften
Stadt: Berlin
Land: Deutschland
CV Carlotte Klonk - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Geschichte des künstlerischen und des nicht-künstlerischen Bildes, Geschichte der Museen, Methodik der Kunst- und Bildgeschichte, Bildpolitik

Charlotte Klonk ist eine deutsche Kunsthistorikerin, die sich vor allem mit der Bild-und Raumgeschichte beschäftigt. Ihr zentrales Interesse ist es, den Austausch zwischen künstlerischen und nicht-künstlerischen Bildern zu eruieren, ohne die Eigenarten der Ausdrucksformen der Kunst oder die Herausforderungen kunstgeschichtlicher Methoden aus dem Blick zu verlieren.

So ließ sich an der englischen Landschaftsmalerei um 1800 die Wechselwirkung künstlerischer und nicht-künstlerischer Darstellungsformen demonstrieren: Die freiere Farb- und Formgebung von Gainsborough, Constable oder Turner reagierte auf einen Wandel der naturwissenschaftlichen Forschung und Illustration. Die Präsentation von Kunst in Museen hebt Bilder isolierend hinaus, nimmt dabei aber stets die zur jeweiligen Zeit virulenten wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Theorien über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft und den Zweck der Kunst auf. Gleichwohl bleibt ein sinnlicher Überschuss musealer Inszenierungen, der nicht allein über die in der Kunstgeschichte zugeschriebene Bedeutung der Werke oder den sozialhistorischen Kontext hergeleitet werden kann.

Klonk forscht seit längerem zu nicht-künstlerischen Bildern, die nach einem Terroranschlag zirkulieren und eine große Wirkung entwickeln, die sich über die Machart des Einzelbildes nicht entschlüsselt. Die Wissenschaftlerin sorgte im Jahr 2017 mit der Publikation „Terror. Wenn Bilder zu Waffen werden“ für Aufsehen, in der sie den fatalen Zusammenhang von gewalttägigen Bildern und ihrer Wirkung darlegte. In ihren Arbeiten zeigt sie, wie bildgesteuert bereits die Phase des deutschen RAF-Terrors war – in der Wahrnehmung wie in der öffentlichen Reaktion.

Aktuelle Forschungsprojekte widmen sich der Darstellbarkeit und Undarstellbarkeit der Volkssouveränität in revolutionären Krisenzeiten seit dem späten 18. Jahrhundert sowie den Kriterien des Kulturgutschutzes im Wandel der deutschen Gesetzgebung und Rechtsanwendung seit 1955.

Foto: © Henrik Jordan

Werdegang

  • seit 2011 Professorin für Kunst und Neue Medien, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2007 Habilitation, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2005-2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 1995-2005 Lecturer, Department of Art History, University of Warwick, Coventry, UK
  • 1993-1995 Junior Research Fellow, Christ Church College, University of Oxford, UK
  • 1993 Promotion, Newnham College, University of Cambridge, UK
  • 1992-1993 Tätigkeit am Museum van Hedendaagse Kunst, Gent, Belgien
  • 1989-1992 Ph.D. Student, Newnham College, University of Cambridge
  • 1988-1989 Studium Kunstgeschichte, University of Cambridge
  • 1985-1988 Studium Kunstgeschichte, Universität Hamburg

Funktionen

  • Funktionen in wissenschaftlichen Gesellschaften und Gremien
  • seit 2017 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck Institut
  • seit 2014 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Fritz-Thyssen-Stiftung
  • seit 2010 Mitglied, Stiftungsrat der Schering Stiftung

Projekte

  • seit 2020 DFG-Projekt „Nationales Kulturerbe. Das Kulturgutschutzgesetz im Spannungsverhältnis von Gemeinwohlinteressen und Privateigentum“
  • 2012-2015 DFG-Projekte „Gestaltung von Laboren“ und „Mobile Räume“, Teilprojekte im Exzellenzcluster „Bild - Wissen - Gestaltung“ an der Humboldt-Universität zu Berlin

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2019 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2012 Fellow, Clark Art Institute, Williamstown, Massachusetts, USA
  • 2005-2006 Fellow, Wissenschaftskolleg zu Berlin
  • 2001-2002 Alexander-von-Humboldt-Fellow, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin
  • 1998 „Influential Book Award“, American Society of Eighteenth Century Studies
  • 1991-1992 Doktorandenstipendium, Studienstiftung des Deutschen Volkes
  • 1990-1991 Stipendium, Deutscher Akademischer Austauschdienst
  • 1989-1992 Stipendium, British Academy
  • 1986-1990 Stipendium, Studienstiftung des Deutschen Volkes

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