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Prof. Dr.

Heinz-Elmar Tenorth

Wahljahr: 2007
Sektion: Kulturwissenschaften
Stadt: Berlin
Land: Deutschland
CV Heinz-Elmar Tenorth - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Historische Bildungsforschung, Theorie und Geschichte pädagogischer Wissensformen, Theorie der Schule, Prozesse von Kanonisierung und Standardisierung im Bildungsbereich

Heinz-Elmar Tenorth ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Bildungshistoriker. Im Rahmen seiner Forschung verbindet er historische und theoretische Perspektiven, die auf einem Verständnis von Erziehungswissenschaft als empirischer und historischer Sozialwissenschaft basieren.

Das Spektrum seiner Arbeiten umfasst Beiträge zur Geschichte der Erziehung ebenso wie zur Erziehungswissenschaft und ihren Forschungsmethoden. So untersuchte er innerhalb eines Projekts die Erziehungswissenschaft in Deutschland zwischen 1800 und 1945 als eigenes Wissenschaftssystem in mehrfacher Hinsicht: als Diskurs über die Möglichkeit der Pädagogik als eigenständiger Wissenschaft, in der Bedeutung von Pädagogik als Berufswissenschaft und Systemreflexion sowie in ihrer Praxis als forschende Disziplin.

Darüber hinaus legte Tenorth zahlreiche programmatische Arbeiten zum Bildungsbegriff vor. Außerdem plädierte er dafür, den Blick auf das alltägliche pädagogische Handeln in den Schulen zu richten.

Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit in der jüngeren Zeit wurde die Universitätsgeschichte, u.a. als Gesamtherausgeber und Mit-Autor der neuen Geschichte der Universität zu Berlin: „Geschichte der Universität Unter den Linden, 1810 – 2010, 6 Bände, 2010-2012“.

Schließlich lieferte er eine Reihe bildungspolitischer Stellungnahmen, so zum Beispiel zum Kerncurriculum der gymnasialen Oberstufe oder zum Konzept von Bildungsstandards. In diesem Zusammenhang erörterte er auch Fragen von Bildungsgerechtigkeit und plädierte für die Festlegung von Mindeststandards im Bildungsbereich, da diese für die gesellschaftliche Teilhabe von enormer Wichtigkeit seien.

Werdegang

  • 1991-2011 Professor für Historische Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • 1979-1991 Professor für Wissenschaftstheorie und Methodologie der Erziehungswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • 1971-1978 Wissenschaftlicher Assistent am Pädagogischen Seminar der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • 1975 Promotion an der Universität Würzburg
  • 1970 Wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen
  • 1968-1975 Studium der Philosophie und Pädagogik
  • 1965-1970 Studium der Germanistik, Geschichte und Sozialkunde an den Universitäten Bochum und Würzburg

Funktionen

  • 2014-2015 Mitglied der AG „Qualifizierung von Fachkräften vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“ des Wissenschaftsrates
  • 2013-2015 Mitglied und Mit-Vorsitzender im Rat der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • 2013 Vorsitzender der Expertenkommission zur Sicherung der Lehrkräfteversorgung an den Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen
  • 2009-2013 Mitglied des Advisory Board der Professional School of Education der Ruhr-Universität Bochum
  • 2012-2016 Mitglied im Rat für Kulturelle Bildung
  • 2012-2017 Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg (ISQ)
  • 2010-2013 Mitglied im Kuratorium des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung, Berlin (IFQ)
  • 2010 Sachverständiges Mitglied der AG „Anreizsysteme“ des Wissenschaftsrates
  • seit 2010 Mitglied im Senat der Leibniz-Gemeinschaft
  • 2008-2018 Mitglied und stellv. Vorsitzender des Hochschulrats der Universität Bielefeld
  • 2007 Mitglied im Universitären Forschungsausschuss der Georg-August-Universität Göttingen
  • 2006-2014 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Steuerungsgruppe von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Kultusministerkonferenz (KMK) zur Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich
  • 2006-2008 Sachverständiges Mitglied des Ausschusses Lehre des Wissenschaftsrates
  • 2006-2012 Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen (WKN)
  • 2003-2006 Mitglied des Ausschusses Lehre und Studium der Hochschulrektorenkonferenz
  • 2003-2004 Mitglied der Kommission zur Evaluation von Erziehungswissenschaft und Lehrerbildung in Baden-Württemberg
  • 2004 Sachverständiges Mitglied der Kommission des Wissenschaftsrates zur Evaluation der Universität Erfurt
  • 2003-2017 Mitglied im Vorstand bzw. im Kuratorium des „Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ (IQB) der Kultusministerkonferenz an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2000-2008 Mitglied im Fachkollegium Erziehungswissenschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2000-2002 Vorsitzender der Kommission zur Evaluation der Forschung in den lehrerbildenden Fächern in Niedersachsen
  • 2000-2001 Mitglied der Kommission zur Strukturevaluation der Erziehungswissenschaft an den Bayerischen Landes-Universitäten
  • 1995 Mitglied der Expertenkommission „Neugestaltung der Prinzipien der gymnasialen Oberstufe und des Abiturs“ der Konferenz der Kultusminister
  • 1993-1999 Wissenschaftliches Mitglied im Auswahlausschuss des Heisenberg-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 1984-1988 Mitglied des Fachausschusses Pädagogik, Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der DFG

Projekte

  • seit 2017 DFG-Projekt „Zwischen Primarschulfähigkeit und Hilfsschulbedürftigkeit. Eine historisch-vergleichende Untersuchung von professionellen Gutachten aus dem Hilfsschulaufnahmeverfahren in BRD und DDR“
  • 2006-2008 DFG-Projekt „Erziehungswissenschaft in Deutschland, 1800-1945 – Semantische Tradition, Gesellschaftliche Funktion, Theoretische Leistung“
  • 2005-2006 DFG-Projekt „Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit. Exempel einer neuen Geistesgeschichte“
  • 2004-2010 Projekt „Benjamin Franklins Philadelphia Academy und das Dessauer Philanthropin. Zwei Modelle eines überkonfessionellen Unterrichts (1749-1793)“
  • 2003-2011 DFG-Projekt „Die deutsch-angloamerikanische Kommunikation über weibliche Bildung zwischen 1890 und 1945“
  • 1998-2003 DFG-Projekt „Der Einfluss der ersten beiden Hallenser Pietistengenerationen auf Bildung und Erziehung in Preußen im ‚pädagogischen‘ Jahrhundert“
  • 1997-2004 DFG-Projekt „Die Erweiterung von Idee und Praxis der Bildsamkeit durch die `Entdeckung` der Bildbarkeit Behinderter. Analysen zur Ideen- und Wirkungsgeschichte der Bildsamkeit behinderter Menschen von der Aufklärung bis zur Weimarer Republik“, Teilprojekt im Schwerpunktprogramm SPP 1024 „Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit“
  • 1997-2003 Sprecher des DFG-Schwerpunktprogramms SPP 1024

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2016 Ernst Christian Trapp-Preis der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften
  • 2014 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 2014 Dr. et Prof. honoris causa der Eötvös-Lorant-Universität Budapest, Ungarn
  • 2011 Ehrendoktorwürde der Ruhr-Universität Bochum
  • 2011 Erwin Stein-Preis der Erwin-Stein Stiftung
  • 2008 Scientist in Residence, Universität Essen
  • seit 2007 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2006 Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

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