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Prof. Dr.

Jürgen Heinze

Wahljahr: 2004
Sektion: Organismische und Evolutionäre Biologie
Stadt: Regensburg
Land: Deutschland
Jürgen Heinze erhält die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille 2021
CV Jürgen Heinze - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Staatenbildende Insekten, Organisation von Ameisenstaaten, soziales Verhalten bei Ameisen, Alterung und Fekundität sozialer Insekten

Jürgen Heinze erforscht staatenbildende Insekten, speziell die Evolution von Gruppenstrukturen und Fortpflanzungstaktiken bei Ameisen sowie den „trade-off“ zwischen Fortpflanzungserfolg und Alterung. Er konnte u.a. zeigen, dass sich Ameisenstaaten durch komplexe Netzwerke auszeichnen, in denen Manipulation und Überwachung herrschen, und dass bei Ameisen – wie auch bei anderen sozialen Insekten – der für viele andere Tiere typische negative Zusammenhang zwischen Fortpflanzungserfolg und Lebensdauer umgekehrt ist.

Wie bilden Ameisen ihre Staaten? Wie organisieren sie sich? Wie sozial und fleißig sind die Tiere tatsächlich? Wie lösen sie Konflikte? Und wie kommt es dazu, dass Ameisenköniginnen gleichzeitig sehr fertil und langlebig sind, die Arbeiterinnen trotz gleicher Gene aber mehr oder weniger steril und kurzlebig? Diesen Fragen geht Jürgen Heinze nach.

Jürgen Heinze hat aufgedeckt, dass Ameisenstaaten nicht immer harmonische Superorganismen sind. Auch hier versuchen einzelne Tiere sich durchzusetzen, sind Egoismus und Aggression an der Tagesordnung. Um als Staat überleben zu können, müssen diese Konflikte jedoch eingedämmt werden. Deshalb haben Ameisen Friedensstrategien entwickelt. Diese funktionieren, wie die gesamte Kommunikation, über Duftstoffe. Jürgen Heinze hat herausgefunden, dass bei einer Ameisenart Konkurrenzkämpfe zwischen zwei Männchentypen verhindert werden, indem ein Typ sich durch weibliche Duftstoffe „tarnt“.

In weiteren Arbeiten untersucht Heinze Unterschiede in der Genexpression zwischen reproduktiven und nicht-reproduktiven Tieren im Staat einer klonalen Ameise und durch welche Umweltfaktoren diese Differenzierung bewirkt wird. Und schließlich versucht er aufzuklären, wodurch die extrem unterschiedliche Lebensdauer von Königinnen und Arbeiterinnen bedingt wird und welche Interaktionen zwischen Nahrungsangebot, Fortpflanzung und Alterung bestehen.

Werdegang

  • seit 2000 Professor für Biologie an der Universität Regensburg
  • 1996-2000 Professor am Zoologischen Institut der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • 1995-1996 Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 1994 Habilitation an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • 1989-1995 Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Würzburg
  • 1988-1989 Postdoktorand an der Harvard University, Cambridge, USA
  • 1988 Promotion an der Technischen Universität (TU) Darmstadt
  • 1978-1984 Studium der Biologie an der TU Darmstadt

Funktionen

  • seit 2018 Mitglied des Wissenschaftsrats
  • seit 2016 Mitglied des Expertengremiums für die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder
  • 2010-2016 Mitglied der DFG Fachkommission und der gemeinsamen Kommission der Exzellenzinitative
  • 2009-2010 Mitglied des Senats der DFG
  • seit 2008 Mitglied des Exekutivkomitees der International Society of Zoological Sciences
  • seit 2004 Mitherausgeber von Frontiers in Zoology
  • seit 2000 Herausgeber von Behavioral Ecology and Sociobiology
  • 2000-2007 Fachgutachter bzw. Fachkollegiat der DFG für Zoologie 

Projekte

  • seit 2018 DFG-Projekt „Defying senescence – The causes of death and the costs of living of ant queens” (mit Dr. J. Oettler), Teilprojekt der Forschergruppe 2281 „Sociality and the reversal of the fecundity-longevity trade-off”
  • seit 2017 DFG-Projekt „Paarungshäufigkeit und Fitness bei einer monogynen Ameise“
  • seit 2016 DFG-Projekt „Vergleichende Genomik sklavenhaltender Ameisen und ihrer Wirte“
  • 2015-2018 DFG-Projekt „The fecundity/longevitiy tradeoff in a clonal ant”, Teilprojekt in der Forschergruppe 2281 „Sociality and the reversal of the fecundity-longevity trade-off”
  • seit 2015 DFG-Projekt „Die Bedeutung direkter Fitnessgewinne für Helfer in komplexen Insektenstaaten“
  • 2012-2015 DFG-Projekt „Population and colony structure of the ant Cardiocondyla venustula: the consequences of male mating monopolies”
  • 2011-2015 DFG-Projekt „Division of labor in a clonal ant”
  • 2008-2012 DFG-Projekt „Proximate determinants of reproductive skew in ant populations”
  • 2008-2011 DFG-Projekt „Population biology of two threatened socially parasitic ants”
  • 2008-2011 DFG-Projekt „Deception and chemical warfare in Cardiocondyla ant males”
  • 2006-2011 DFG-Projekt „The evolution of male reproductive tactics in Cardiocondyla ants”
  • 2005-2009 DFG-Projekt „Sex vs. non-sex in a facultatively thelytokous ant”
  • 2004-2008 DFG-Projekt „The neglected sex: male reproductive interests and sexual selection in social insects”
  • 2004-2008 DFG-Projekt „Die Rolle der Verwandtschaft in der Organisation von Insektenstaaten“
  • 2002-2007 DFG-Projekt „Radiation in socially parasitic formicoxenine ants”
  • 2002-2006 DFG-Projekt „Ursachen und Konsequenzen genetischer Verarmung bei mitteleuropäischen Ameisen: Untersuchungen an zwei natürlichen `tramp`- Arten“
  • 2001-2005 DFG-Projekt „Ultimate und proximate Ursachen alternativer reproduktiver Taktiken in der Ameisengattung Cardiocondyla“
  • 2000-2002 DFG-Projekt „‘Split Sex Ratios‘ bei Ameisen der Gattung Leptothorax“
  • 1996-2002 DFG-Projekt „Untersuchungen zur soziologischen Struktur von Ameisenstaaten“

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2021 Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG)
  • seit 2008 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  • 2006 Preis für gute Lehre des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst
  • seit 2004 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 1995 Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 1984 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

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