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Prof. Dr.

Peer Bork

Wahljahr: 2014
Sektion: Humangenetik und Molekulare Medizin
Stadt: Heidelberg
Land: Deutschland
CV Peer Bork - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Mikrobiom, Bakterien, Darmflora, Darmtypen, Genom-Sequenzierungen, Bioinformatik

Peer Bork ist Biochemiker, er gilt als einer der wichtigsten Mikrobiomforscher. Er entdeckte, dass die menschliche Darmflora in drei prinzipielle Typen unterteilt werden kann und dass die Zusammensetzung der Darmbakterien den gesamten Organismus beeinflusst. Im Rahmen seiner Forschungen arbeitet er in unterschiedlichen Bereichen der Bioinformatik, er führt große vergleichende Analysen und Genom-Sequenzierungen durch.

Die Gesamtheit aller Bakterienstämme im Körper bezeichnen die Forscher als Mikrobiom. Alleine der menschliche Darm wird von Billionen von Mikroben (Bakterien) besiedelt. Die Bakterien sind wichtig für die Verdauung und unterstützen das Immunsystem. Peer Bork und seine Kollegen analysierten die Besiedelung des Darms mithilfe von Metagenom-Sequenzierungen. Die gewonnen Genfragmente verglichen sie mit vorhandenen Bakteriengenomen in Datenbanken. Dabei entdeckte das Team, das sich Menschen in drei „Darm-Gruppen“ unterteilen lassen, vergleichbar einer Blutgruppe. In jeder Gruppe ist die Zusammensetzung der Bakterien eine andere – und das hat Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Der jeweilige Darmtyp beeinflusst, wie Nahrung in Energie umgesetzt wird oder wie anfällig der Körper für Krankheiten ist. Offenbar hängt auch die Wirkung von Medikamenten von der Zusammensetzung der Darmflora ab, und womöglich gibt es auch Einflüsse auf Gehirn und Verhalten.

Der genaue Zusammenhang zwischen den Darm-Gruppen und speziellen Ausprägungen ist noch ungeklärt. In etlichen Bereichen wissen die Forscher noch nicht, was Ursache und was Wirkung ist. Peer Bork forscht mit seinem Team weiter an diesen Fragestellungen. Er will die molekularen und zellulären Prozesse besser verstehen und Vorhersagen treffen können. Seine Gruppe arbeitet über Gene und Proteine, Proteinnetzwerke und zelluläre Prozesse bis zur Ebene von Phänotypen und Umgebungen. Bei ihren Analysen setzt sie alle Systeme und Methoden der Bioinformatik ein.

Werdegang

  • Gast-Gruppenleiter am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin-Buch
  • Gruppenleiter der Molecular Medicine Partnership Unit, Forschungsgruppe “Cancer Early Detection, Diagnosis and Prevention (CED-DAP)”, European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelberg
  • seit 2001 Bereichsleiter „Structural and Computational Biology“ und strategischer Leiter Bioinformatik am EMBL
  • 1995 Habilitation in Biophysik, Humboldt-Universität Berlin
  • seit 1991 Forschung am EMBL, Heidelberg
  • 1990 Promotion in Biochemie, Universität Leipzig
  • Studium der Biochemie und Biophysik in Leipzig und Berlin

Projekte

  • 1998-2006 DFG-Projekt „Stoffwechselwegvorhersagen mittels Genomanalyse und Enzymkettenmodellierung“, Teilprojekt zu Schwerpunktprogramm SPP 1063: „Informatikmethoden zur Analyse und Interpretation großer genomischer Datenmengen“

Funktionen

  • Senior editor der Fachzeitschrift Molecular Systems Biology
  • Mitglied im Editorial Board von Science, PLoS Biology und weiterer Fachmagazine
  • Mitbegründer von fünf Biotech-Unternehmen

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • ERC Advanced Investigator Grant, Europäischer Forschungsrat (European Research Council, ERC)
  • seit 2014 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2009 Royal Society and Académie des sciences Microsoft Award
  • 2008 Mentoring-Preis des Fachmagazins Nature
  • 2000 Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften – gestiftet von der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung

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