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Prof. Dr.

Rupert Handgretinger

Wahljahr: 2015
Sektion: Gynäkologie und Pädiatrie
Stadt: Tübingen
Land: Deutschland
CV Rupert Handgretinger - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Stammzelltherapie, Immuntherapie, Wachstumshormone, Leukämie im Kindesalter, Diabetes und Nierenerkrankungen im Kindes- und Jugendalter, Allergien, Mukoviszidose, Organtransplantationen bei Kindern

Rupert Handgretinger ist Pädiater. Sein Forschungsschwerpunkt sind Immuntherapieansätze zur Behandlung bösartiger Erkrankungen im Kindesalter. Er gilt als einer der führenden Experten bei der Durchführung von Stammzelltransplantationen bei leukämieerkrankten Kindern. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Diabetes im Kindes- und Jugendalter, Allergien, Mukoviszidose und Organtransplantationen bei Kindern.

Rupert Handgretinger hat entscheidend die haploidente Stammzelltransplantation (SCT) weiterentwickelt. Bei der haploidenten Transplantation stimmen Gewebemerkmale (HLA-Typ) von Spender und Empfänger nur zur Hälfte überein, es kommt deshalb oft zu heftigen Abstoßungsreaktionen. Handgretinger hat eine Methode entwickelt, mit der lebensbedrohliche Abstoßungsreaktionen beim Empfänger reduziert werden können. Dadurch wurde es möglich, dass auch Eltern als Stammzellspender für ihre an Leukämie erkrankten Kinder infrage kommen. Dafür werden Zellen, die für die Abstoßung verantwortlich sind, mit Antikörpern und winzigen Magnetpartikeln (Graft Manipulation) aus dem Spender-Knochenmark entfernt. Transplantiert werden nur die wichtigen Stammzellen. Sterblichkeit und Rückfallquote werden damit deutlich gesenkt. Auf dieser Grundlage will Handgretinger weitere immuntherapeutische Ansätze entwickeln, wie etwa die Impfung der Eltern mit tumorspezifischen Antigenen vor der Entnahme der Stammzellen.

Gemeinsam mit Kollegen erforscht Rupert Handgretinger auch den Krankheitsverlauf der seltenen Erkrankungen Metachromatische Leukodystrophie (MLD) und Globoidzell-Leukodystrophie (GCL). Bei diesen erblichen Erkrankungen kommt es zur Zerstörung der weißen Hirnsubstanz und schweren neurologischen Störungen. Betroffen sind überwiegend Kinder. In einem sehr frühen Stadium der Erkrankung gibt es experimentelle Therapieansätze durch eine Stammzelltransplantation. Erforscht wird auch der experimentelle Ansatz einer Enzymersatztherapie.

In weiteren Arbeiten will Handgretinger aufklären, wie gespendete und eigene Zellen nach einer Transplantation ohne Abstoßung koexistieren können. Bei Kindern und Jugendlichen, die an Tumorerkrankungen und an Nierenversagen leiden, führt Rupert Handgretinger mit seinem Team Nierentransplantationen in Kombination mit Stammzelltransplantationen durch.

Werdegang

  • seit 2010 Geschäftsführender Direktor der Universitätsklinik für Kinder-und Jugendmedizin Tübingen
  • seit 2005 Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie/Onkologie und Allgemeine Pädiatrie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen
  • 2000-2005 Direktor der Abteilung für Stammzelltransplantation am St. Jude Children's Research Hospital in Memphis, USA
  • 2000 Ruf als Full Professor an das St. Jude Children's Research Hospital und als Professor of Pediatrics an die University of Tennessee in Memphis , USA
  • 1996 Privatdozent an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
  • 1996 Habilitation an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
  • 1989-1994 Facharztausbildung für Kinderheilkunde an der Universitäts-Kinderklinik Tübingen, Spezialisierung auf das Fach Pädiatrische Hämatologie/Onkologie
  • 1989 Promotion an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
  • 1979-1986 Studium der Medizin an den Universitäten Essen, München und Tübingen

Projekte

  • seit 2015 DFG-Projekt „Hybrid-Moleküle aus Benzylguanidinen und cytotoxischen Verbindungen (Busulfan, Melphalan, Thiotepa) für eine spezifische Therapie des Neuroblastoms“
  • 2007-2009 DFG-Projekt „Präklinische Evaluation der Fusionsproteine anti-Histon/Interleukin-12 und Fc-IL-7 im humanisierten NOD/LtSz-scid-IL2Rnull-Mausmodell für die Behandlung pädiatrischer Sarkome und Neuroblastome“, Teilprojekt zu SFB 685 „Immuntherapie Von den molekularen Grundlagen zur klinischen Anwendung“
  • seit 2005 DFG-Projekt „NK- und gamma/delta T-Zell vermittelte Immuntherapie einer minimalen Resterkrankung nach haploidentischer Stammzelltransplantation bei pädiatrischen Patienten mit akuten lymphatischen Leukämien der B-Zellreihe“, Teilprojekt zu SFB 685

Funktionen

  • seit 2007 Leiter des DFG-Fachkollegiums „Zellananalyse- und Sortiersystem“

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2015 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2014 Robert Pfleger-Forschungspreis
  • 2011 Landesforschungspreis des Landes Baden-Württemberg

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