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Foto: IPP/Silke Winkler

Prof. Dr.

Sibylle Günter

Wahljahr: 2020
Sektion: Physik
Stadt: Garching
Land: Deutschland
CV Sibylle Günter - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Plasmaphysik, Fusionsforschung, magnetischer Einschluss von Plasmen, Magnetohydrodynamik, Plasma-Spektroskopie

Sibylle Günter ist eine deutsche theoretische Physikerin. Sie forscht auf dem Gebiet der theoretischen Plasmaphysik mit den Schwerpunkten Magnetohydrodynamik und kinetische Theorie supra-thermischer Teilchen. Sie leistet wesentliche Beiträge zum Verständnis der Stabilität von magnetisch eingeschlossenen Plasmen.

Sibylle Günters Forschungsschwerpunkte betreffen insbesondere theoretische und experimentelle Fragen des magnetischen Einschlusses von Fusionsplasmen. Dabei interessiert sie sich sowohl für das bisher am weitesten entwickelte Konzept, den Tokamak, als auch für das modernste magnetische Einschluss-Konzept, den Stellarator. Ihr besonderes Interesse gilt dem Bau einer Brücke zwischen Fusionsplasmen und astrophysikalischen Plasmen. Dies gelingt in dem von ihr geleiteten Max-Planck/Princeton Center for Plasma Physics. Ziel der Fusionsforschung ist es, Hochtemperatur-Plasmen (>100 Mio. Grad) so effizient mit Hilfe von Magnetfeldern einzuschließen, dass eine positive Energiebilanz durch Fusionsreaktionen möglich ist. So soll eine neue Energiequelle erschlossen werden.

Sibylle Günter arbeitet insbesondere auf dem Gebiet von makroskopischen Instabilitäten, die eine Grenze an den maximal erreichbaren Plasmadruck bei gegebenem Magnetfeld darstellen und damit die mögliche Fusionsleistung begrenzen. Mit Hilfe von nichtlinearen Theorien, numerischen Simulationen und dedizierten Experimenten an verschiedenen Experimentier-Anlagen untersucht sie die physikalischen Grundlagen der auftretenden großskaligen Instabilitäten sowie Möglichkeiten, diese zu vermeiden bzw. ihre Auswirkungen zu reduzieren.

Spezielle Forschungsthemen sind dabei die Erklärung schneller Rekonnexions-Phänomene, wie sie auch in astrophysikalischen Plasmen vorkommen oder auch die Physik schneller Teilchen in magnetisierten Plasmen. Letzteres wird das wesentliche neue Physikelement der zurzeit in Südfrankreich im Bau befindlichen Experimentieranlage ITER sein, in dem erstmals die thermonukleare Selbstheizung von Plasmen demonstriert werden soll. Es gilt aber auch als eine interessante Fragestellung in der Plasma-Astrophysik.

Werdegang

  • seit 2011 Wissenschaftliche Direktorin und Vorsitzende, Direktorium des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Garching und Greifswald
  • seit 2006 Honorarprofessorin, Technische Universität München (TUM)
  • seit 2001 Außerplanmäßige Professorin für theoretische Physik, Universität Rostock
  • seit 2000 Direktorin am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Garching
  • 1998-2000 Gruppenleiterin (C3) am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Garching
  • 1996 Habilitation, Universität Rostock
  • 1994 Forschungsaufenthalt an der University of Maryland, College Park, USA und am National Institute for Standards and Technology (NIST), USA
  • 1990 Promotion in theoretischer Physik, Universität Rostock
  • 1982-1987 Studium der Physik, Universität Rostock

Funktionen

  • seit 2020 Mitglied im Kuratorium der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB)
  • 2016-2020 Vorsitzende, Science Advisory Committee of the Princeton Plasma Physics Laboratory (Co-chair 2013 - 2016)
  • seit 2014 Mitglied im Senat der Max-Planck-Gesellschaft
  • seit 2014 Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Museums, München
  • seit 2019 Mitglied des Vorstandes der Karl Heinz Beckurts-Stiftung (seit 2011 Mitglied des Kuratoriums)
  • 2017 Vorsitzende des Strategic Evaluation Panel, Dutch Institute for Fundamental Energy Research (DIFFER), Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek (NWO)
  • 2009-2014 Mitglied im Vorstandsrat, Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)
  • 2006-2008 Vorsitzende des Fachverbandes Plasmaphysik, Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Projekte

  • seit 2014 Koordination, EUROfusion Konsortium
  • 2011-2013 Vorsitzende, Steering Committee, European Fusion Development Agreement (EFDA)

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2020 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2018 Korrespondierendes Mitglied, Schweizer Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW)
  • 2017 Bayerischer Verdienstorden
  • seit 2015 Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech)
  • seit 2015 Mitglied der Academia Europaea
  • 2015 Emmy Noether Distinction for Women in Physics, Europäische Physikalische Gesellschaft
  • 2013 Bundesverdienstkreuz am Bande, Bundesrepublik Deutschland

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