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Prof. Dr.

Wolfgang Kummer

Senator der Sektion Anatomie und Anthropologie

Wahljahr: 2001
Sektion: Anatomie und Anthropologie
Stadt: Gießen
Land: Deutschland
CV Wolfgang Kummer - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Atmungs- und Herz-Kreislauf-System, autonomes Nervensystem, Mechanismen der Atemwege, Botenstoff Acetylcholin, non-neuronale cholinerge Systeme, zelluläre Mechanismen der Sauerstoffmessung

Wolfgang Kummer ist Zellbiologe. Er erforscht die Regulation des Atmungs- und Herz-Kreislaufsystems durch das Nervensystem und Schutzmechanismen des Körpers gegen Sauerstoffmangel. Er hat mit seinem Team einen Zelltyp entdeckt, der den Harndrang beeinflusst, und Mechanismen der Atemwege aufgeklärt.

Wolfgang Kummer erforscht das Autonome Nervensystem (ANS) und wie dieses das Atem- und Herz-Kreislaufsystem reguliert. Das Autonome Nervensystem steuert viele Lebensvorgänge, wie das Verdauungssystem und den Blutdruck. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Molekül Acetylcholin. Wolfgang Kummer erforscht die Wirkung dieses Botenstoffs sowohl innerhalb als auch außerhalb des Nervensystems. Er hat entdeckt, dass das „non-neuronale cholinerge System“ auch für die Aufrechterhaltung der Körperbarriere mitverantwortlich ist. Das System nimmt wahr, ob sich Bakterien in unserem Körper ausbreiten oder sich Entzündungen anbahnen. Darauf aufbauend könnte frühzeitig mit Therapien interveniert werden, zum Beispiel bei Asthma oder Blasenerkrankungen.

Mit seinem Team hat Kummer einen neuen Zelltyp entdeckt, die „Bürstenzelle“ (Brush Cell) in der Harnröhre. Die Zelle beeinflusst den Harndrang. Sie registriert Moleküle und Bitterstoffe von Bakterien und stimuliert die Blase, um die Bakterien auszuschwemmen. Eine Fehlfunktion kann zu einer Überaktivität der Blase führen.

In Studien hat Wolfgang Kummer die Atemwege und die Funktion des Flimmerepithels bei einer Sepsis untersucht. Das Flimmerepithel spielt eine Rolle bei der Reinigung der Atemwege und es schützt die tiefen Atemwege vor dem Eindringen pathogener Keime. Kummer erforscht die Mechanismen des Atemwegsepithels. Mit Therapien soll die Funktion des Flimmerepithels während entzündlicher Prozesse verbessert werden.

Werdegang

  • 2008 Ruf auf eine W3-Professur für Anatomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (abgelehnt)
  • 2000 Ruf auf eine C4-Professur für Anatomie an der Universität Hamburg (abgelehnt)
  • seit 1994 Professor für Anatomie und Zellbiologie (C4/W3), Institut für Anatomie und Zellbiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen
  • 1993 Gastwissenschaftler am Asthma & Allergy Center der Johns Hopkins University, Baltimore, USA (Deutsch-Amerikanische Kooperation in der Lungenforschung; BMFT-NIH)
  • 1992-1994 Professor für Anatomie und Zellbiologie (C3), Institut für Anatomische Zellbiologie, Philipps-Universität Marburg/Lahn
  • 1991-1992 Hochschuldozent (C2), Institut für Anatomische Zellbiologie, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • 1990 Habilitation in Anatomie und Zellbiologie an der Universität Heidelberg
  • 1985-1991 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent, Anatomisches Institut der Universität Heidelberg
  • 1985 Promotion zum Dr. med., Universität zu Köln
  • 1977-1983 Studium der Humanmedizin an der Universität zu Köln

Funktionen

  • seit 2019 Senator der Sektion Anatomie und Anthropologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2012 Sprecher des LOEWE-Schwerpunkts „Non-neuronale cholinerge Systeme“
  • seit 2011 Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung
  • seit 2011 Vorstandsmitglied der International Society of Autonomic Neuroscience;
  • seit 2009 Mitglied des LOEWE-Zentrums „University of Giessen and Marburg Lung Center“
  • seit 2006 Mitglied des Exzellenzclusters „Cardiopulmonary System“, Ko-Organisator der Plattform „Education and Training“
  • seit 2001 Vorsitzender des Auswahlkomitees für den Feulgen-Preis der Society for Histochemistry
  • seit 1999 Vorsitzender des Auswahlkomitees des Chihiro and Kiyoko Yokochi Fund der Ichiro Kanehara Foundation
  • 1995-1997 Präsident der Society for Histochemistry
  • Mitglied im Editorial Board von Anatomical Science International, Cell and Tissue Research, Cells, Tissues, Organs, Histochemistry and Cell Biology, Cardiovascular and pulmonary neurobiology

Projekte

  • seit 2016 DFG-Projekt „Funktion cholinerger Bürstenzellen der Gallenblase“
  • seit 2014 DFG-Projekt „Pathogenerkennung durch Geschmacks- und Odorantrezeptoren und Koppelung an BALT-Bildung und Epithelumbau“, Teilprojekt zu TRR 84 „Angeborene Immunität der Lunge: Mechanismen des Pathogenangriffs und der Wirtsabwehr in der Pneumonie“
  • seit 2010 DFG-Projekt „Hemmung der mukoziliären Clearance nach zerebraler Ischämie durch neurohumorale Mechanismen“, Teilprojekt zu TRR 84
  • 2005-2013 Beteiligt am Graduiertenkolleg 1062 „Signaltransduktionsprozesse in Lungen(patho)physiologie“
  • 1997-2009 DFG-Projekt „Rolle von Komplex II der mitochondrialen Atmungskette im Hypoxie-Sensor und -Signaltransduktionsmechanismus in pulmonalen Gefäßen und Kardiomyozyten“, Teilprojekt zu SFB 547 „Kardiopulmonales Gefäßsystem“

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2011 Pfizer-Gastprofessur in Pneumologie am Johns-Hopkins Asthma & Allergy Center, Baltimore, USA
  • 2006 Eugen Rehfisch-Preis des Forum Urodynamicum
  • 2002 Friedrich Dost-Preis für die Akademische Lehre, Medizinische Gesellschaft Gießen
  • seit 2001 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 1993 Wolfgang Bargmann-Preis der Anatomischen Gesellschaft
  • 1990 Julius Redel-Preis, Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
  • 1989 Heymans-DeCastro-Neil Award der International Society of Arterial Chemoreception

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