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Arbeitsgruppen

Risikobeurteilung und Regulierung genomeditierter Pflanzen

Alle Organismen, auch die durch die neuen molekulargenetischen Methoden erzeugten, fallen unter die Regelungen der Risikobewertung, Freisetzung, Inverkehrbringung, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit gentechnisch veränderter Organismen (GVO). Dabei spielen die eigentlichen genetischen Veränderungen in dem jeweiligen Organismus keine Rolle. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Juli 2018 über die Auslegung der EU-Freisetzungs-Richtlinie 2001/18/EG hinsichtlich der rechtlichen Einordnung mittels Genome Editing veränderter Organismen geurteilt.

Das Urteil des EuGH hat u.a. zur Folge, dass auch genomeditierte Pflanzen mit einfachen Punktmutationen oder Gen-Inaktivierungen, die auch zufällig in der Natur oder durch konventionelle Züchtungsmethoden hätten entstehen können, als GVO reguliert werden müssen. Dabei ist irrelevant, ob der Ursprung der genetischen Veränderung einer Methode zugeordnet werden kann.

Die geplante Stellungnahme soll die Konsequenzen der EuGH-Auslegung der Freisetzungsrichtlinie für die Forschung und Anwendung des Genome Editing in geschlossenen Systemen, in der Landwirtschaft und in der Biotechnologie in Deutschland analysieren. Ein Ziel ist es, Vorschläge zu erarbeiten, wie der Gesetzgeber zu einer dem wissenschaftlichen Fortschritt angemessenen gesetzlichen Regelung gelangt, etwa durch eine vorrangig produktbasierte Bewertung und dynamische Gesetzesverweise.

Beteiligte Institutionen

  • Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (federführend)
  • Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
  • Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech

AG-Mitglieder

  • Prof. Dr. Regina Birner, Hans-Ruthenberg-Institut, Universität Hohenheim,
  • Prof. Dr. Ralph Bock ML, Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie
  • Prof. Dr. Hans-Georg Dederer, Juristische Fakultät, Universität Passau,
  • Prof. Dr. Bärbel Friedrich ML, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • Prof. Dr. Bernd Müller-Röber, Lehrstuhl für Molekularbiologie, Universität Potsdam
  • Prof. Dr. Holger Puchta, Botanisches Institut, Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe
  • Prof. Dr. Matin Qaim ML, Lehrstuhl für Welternährungswirtschaft, Georg-August-Universität Göttingen
  • Prof. Dr. Tade M. Spranger, Deutsches und Internationales Recht der Biotechnologie, Universität Bonn
  • Prof. Dr. Klaus Tanner ML, Theologische Fakultät, Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Jochen Taupitz ML, Juristische Fakultät, Universität Mannheim
  • Prof. Dr. Jörg Vogel ML, Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung, Würzburg
  • Prof. Dr. Detlef Weigel ML, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen
  • Prof. Dr. Ralf Wilhelm, Julius-Kühn-Institut, Institut für die Sicherheit biotechnologischer Verfahren bei Pflanzen, Quedlinburg
  • Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker ML, Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München

ML = Mitglied der Leopoldina

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Dr. Christian Anton

Referent der Abteilung Wissenschaft - Politik - Gesellschaft

Tel. 0345 - 47 239 - 861
Fax 0345 - 47 239 - 839
E-Mail christian.anton @leopoldina.org

ANSPRECHPARTNER

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Dr. Johannes Fritsch

Leiter der Geschäftsstelle des Gemeinsamen Ausschusses zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung

Tel. 0160 9121 2676
Fax 030 - 203 8997 - 409
E-Mail johannes.fritsch @leopoldina.org