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Nachricht | Freitag, 3. April 2020

Coronavirus: Nationalakademie Leopoldina legt zweite Ad-hoc-Stellungnahme vor

Coronavirus: Nationalakademie Leopoldina legt zweite Ad-hoc-Stellungnahme vor

Illustration: Pixabay / iXimus

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat eine zweite Ad-hoc-Stellungnahme mit dem Titel „Coronavirus-Pandemie – Gesundheitsrelevante Maßnahmen“ veröffentlicht. Das Papier konzentriert sich auf gesundheitsrelevante Maßnahmen, die zu einer schrittweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens beitragen können. Drei werden als besonders wichtig erachtet: 1. flächendeckende Nutzung von Mund-Nasen-Schutz, 2. kurzfristige Verwendung mobiler Daten und 3. Ausbau der Testkapazitäten.

Das Papier ergänzt die Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Herausforderungen und Interventionsmöglichkeiten“ der interdisziplinären Arbeitsgruppe vom 21. März 2020. Darin beschrieben die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie, zum Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen sowie für eine gezielte Kapazitätserhöhung im öffentlichen Gesundheitswesen und im Versorgungssystem. Die gesundheitspolitischen Empfehlungen haben nach wie vor Gültigkeit. Sie werden in dem neuen Papier unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen Entwicklungen ergänzt.

Aktuell sind gesundheitsrelevante Maßnahmen besonders wichtig. Darüber hinaus müssen unmittelbare und langfristige gesellschaftliche sowie ökonomische Folgen berücksichtigt und in die Entscheidungen einbezogen werden. Die Leopoldina erarbeitet derzeit weitere Stellungnahmen mit Empfehlungen für ein nachhaltiges „Wiederhochfahren“ des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft.

Die ausführliche zweite Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie – Gesundheitsrelevante Maßnahmen“ gibt es hier im Download.

27. März 2020 – Nationalakademie Leopoldina berät zur Coronavirus-Pandemie

Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die damit einhergehende Atemwegserkrankung COVID-19 breiten sich weltweit mit hoher Dynamik aus. Die Leopoldina hat eine erste Ad-hoc-Stellungnahme zu möglichen gesundheitspolitischen Handlungsoptionen gegen die weitere Ausbreitung des Virus veröffentlicht. Die dazugehörige Arbeitsgruppe wird die Nachjustierung und Ausgestaltung von Maßnahmen mit weiteren Veröffentlichungen unterstützen und begleiten. Eine weitere Arbeitsgruppe, die sich mit den rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Aspekten der Pandemie befasst, wurde eingerichtet.

21. März 2020 – Nationalakademie Leopoldina legt Ad-hoc-Stellungnahme vor

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Leopoldina hat sich mit medizinischen Perspektiven der Pandemie befasst. Die daraus resultierende Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Herausforderungen und Interventionsmöglichkeiten“ diskutiert mögliche gesundheitspolitische Handlungsoptionen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland.

Die von der Bundesregierung und den Bundesländern ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der aktuellen Coronavirus-Pandemie sind derzeit dringend erforderlich und entsprechen der durch die Pandemie ausgelösten Bedrohung. Sie bestehen aus dem Dreiklang: Eindämmung der Epidemie, Schutz der vulnerablen Bevölkerung sowie einer gezielten Kapazitätserhöhung im öffentlichen Gesundheitswesen und im Versorgungssystem. Für die Wirksamkeit und Notwendigkeit einiger dieser Maßnahmen gibt es wissenschaftliche Hinweise, andere werden aufgrund von Hochrechnungen und politischen Überlegungen vorgeschlagen. Die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen muss mit höchster Priorität verfolgt werden. Hierbei müssen medizinethische Aspekte berücksichtigt werden.

Es deutet sich an, dass zum jetzigen Zeitpunkt ein deutschlandweiter temporärer „Shutdown“ (ca. 3 Wochen) mit konsequenter räumlicher Distanzierung aus wissenschaftlicher Sicht empfehlenswert ist. Dabei müssen notwendige und gesundheitserhaltende Aktivitäten weiterhin möglich bleiben. Alle Anstrengungen der nächsten Wochen und Monate sollten darauf gerichtet werden, dass pharmazeutische Interventionen und Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum verfügbar werden und Kapazitäten zur Testung von Verdachtsfällen und Einreisenden vorhanden sind. In der Zeit des „Shutdowns“ müssen Vorbereitungen für das kontrollierte und selektive Hochfahren des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft getroffen werden.

Mit einem temporären „Shutdown“ hat die Arbeitsgruppe eine bundeseinheitliche stringente Ausgangsbeschränkung bis mindestens nach Ostern diskutiert. Dann wäre die Situation neu zu evaluieren. Dies würde kein Arbeitsverbot, kein Einkaufsverbot von Lebensmitteln und auch keine Unterbindung von Spaziergängen im Familienkreis bedeuten. Ziel ist die konsequente Nutzung von Homeoffice, wenn irgend möglich. Entscheidend ist auch eine disziplinierte räumliche Distanzierung von Personen von 2 Metern, insbesondere, wenn sie nicht in einem Haushalt wohnen.

Die ausführliche Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Herausforderungen und Interventionsmöglichkeiten“ gibt es hier im Download.

Mitglieder der Arbeitsgruppe zu medizinischen Aspekten der Pandemie

  • Prof. Dr. Katja Becker, Institut für Biochemie und Molekularbiologie, Universität Gießen
  • Prof. Dr. Stephan Becker, Institut für Virologie, Universität Marburg
  • Prof. Dr. Dirk Brockmann, Institut für Theoretische Biologie, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Prof. Dr. Franz Josef Conraths, Institut für Epidemiologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Riems
  • Prof. Dr. Christian Drosten, Institut für Virologie, Charité Berlin
  • Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg
  • Prof. Dr. Bärbel Friedrich, ehem. Vizepräsidentin der Leopoldina, Mikrobiologie
  • Prof. Dr. Gerald Haug, Präsident der Leopoldina, Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
  • Prof. Dr. Ralph Hertwig, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
  • Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld, Institut für Biochemie, Universität Lübeck
  • Prof. Dr. Stefan Huster, Öffentliches Recht, Sozial- und Gesundheitsrecht und Rechtsphilosophie, Ruhr-Universität Bochum
  • Prof. Dr. Thomas Krieg, Vizepräsident der Leopoldina, Medizin
  • Prof. Dr. Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité Berlin
  • Prof. Dr. Thomas Lengauer, Max-Planck-Institut für Informatik
  • Prof. Dr. Frank Rösler, Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Cornel Sieber, Institut für Biomedizin des Alterns, Universität Erlangen-Nürnberg
  • Prof. Dr. Claudia Spies, Klinik für Anästhesiologie m.S. operative Intensivmedizin, Charité Berlin
  • Prof. Dr. Norbert Suttorp, Klinik für Infektiologie und Pneumologie, Charité Berlin
  • Prof. Dr. Clemens Wendtner, Infektiologie und Tropenmedizin, München Klinik Schwabing

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Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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