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Nachricht │ Dienstag, 15. Februar 2011

Leopoldina-Lecture von Christian Kubisch

„Wir sind doch alle verschieden – von Menschen und Mutationen“

Leopoldina-Lecture von Christian Kubisch

Leopoldina-Lecture in Halle (Saale)
Foto: Jens Schlüter / Leopoldina

Der Humangenetiker und Preisträger des Leopoldina Early Career Award 2010, Prof. Dr. Christian Kubisch (Ulm), hat am 15. Februar im Rahmen einer Leopoldina-Lecture in der Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen Vortrag zum Thema Humangenetik unter dem Titel „Wir sind doch alle verschieden – von Menschen und Mutationen“ gehalten.


Kubisch leitete seinen Vortrag damit ein, dass die Vielfalt der Humangenetik ihre große Stärke sei. So verändere sie zum Beispiel den Blick auf die Menschwerdung, da sie es Forschern nachträglich erlaube, der Evolution „beim Arbeiten“ zuzusehen. Zum anderen sei die Humangenetik ein Motor zur Generierung biologischer Thesen, woraus sich auch ihr Einfluss auf die praktische Medizin ableite. Kubisch sprach über Grundlagen, Arbeitsbereiche und Errungenschaften der Humangenetik. Er betonte, dass dank neuer Technologien, wie dem Deep Sequencing, Quantensprünge gemacht worden seien, die deutlich schnellere Untersuchungen ermöglichten. Seine Prognose sei, dass in drei bis fünf Jahren nahezu alle monogenen Krankheiten molekular diagnostizierbar seien, was zur Verbesserung der medizinischen Betreuung betroffener Familien führen werde.

Die anschließende Diskussion war geprägt durch die Debatte zur PID. Kubisch konstatierte, dass das Verbot in Deutschland in Einzelfällen bereits zu einem „Tourismus“ in EU-Staaten, etwa Belgien, geführt habe, die die PID erlauben. Kubisch war für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Humangenetik im September 2010 mit dem mit 30.000 Euro dotierten Leopoldina Early Career Award  – gefördert von der Commerzbank-Stiftung – ausgezeichnet worden. Er hat zur Aufklärung einer Reihe genetischer Krankheiten beigetragen. Maßgeblich beteiligt war er an der Entdeckung von Genen für Formen der Parkinsonerkrankung, der Epilepsie und verschiedener Hörstörungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist zudem die  Erforschung der Migräne. (Anne Schauer)

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