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Nachricht | Dienstag, 26. Juni 2024

Leopoldina verleiht Georg-Uschmann-Preis an Josephine Musil-Gutsch

Leopoldina verleiht Georg-Uschmann-Preis an Josephine Musil-Gutsch

Foto: Magnus Altschäfl

Als Ende des 19. Jahrhunderts historische Gegenstände aus kolonialen Ausgrabungen die europäischen Museen füllten, erkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen: Das Material historischer Objekte birgt Informationen, die sich nur mithilfe naturwissenschaftlicher Methoden entschlüsseln lassen. Wie Geisteswissenschaftler damals mit Naturwissenschaftlern kooperierten, um Manuskripte und Kunstwerke zu datieren und zu bestimmen, untersuchte die Historikerin Dr. Josephine Musil-Gutsch in ihrer Dissertation. Dafür wird sie von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit dem Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte 2023 ausgezeichnet. Im Rahmen eines Wissenschaftshistorischen Seminars am Dienstag, 9. Juli in Halle (Saale) stellt sie ihre Arbeit vor.

Dr. Josephine Musil-Gutsch untersuchte, wie Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zusammenarbeiteten, um materielle Quellen mit naturwissenschaftlichen Methoden zu erforschen. Gemeinsam analysierten sie kulturhistorische Objekte aus Papier, Leim, Farbpigmenten, Wachs, Glas und Stein, um diese zu datieren oder ihre Herkunft zu bestimmen. Dabei beleuchtete Musil-Gutsch diese interdisziplinären Kooperationen anhand von Korrespondenzen, Publikationen und materiellen Quellen aus dem deutschsprachigen Raum in der Zeit von 1880 bis 1930.

Musil-Gutsch war von 2018 bis 2022 Doktorandin am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit April 2024 lehrt Musil-Gutsch am Kompetenzzentrum für interdisziplinäre Wissenschaftsreflexion an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Mit dem Georg-Uschmann-Preises für Wissenschaftsgeschichte ehrt die Leopoldina alle zwei Jahre eine hervorragende wissenschaftshistorische Dissertation. Der Preis wurde 1997 von Ilse und Eugen Seibold gestiftet und ist mit 2.000 Euro dotiert.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten und wird auch online übertragen. Der Eintritt ist kostenfrei.