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Nachricht | Freitag, 28. Juni 2019

Ökosphären: Grundlage des Verstehens von Leben und Umwelt

Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Prof. Dr. Sabine Höhler (Stockholm)

Ökosphären: Grundlage des Verstehens von Leben und Umwelt

Foto: David Clode / Unsplash.com

Im gläsernen Aquarium wie im gesamten irdischen Lebensraum fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in sich geschlossene und sich selbst aufrechthaltende belebte Sphären vor. Prof. Dr. Sabine Höhler geht in ihrem Vortrag am Dienstag, 2. Juli 2019, in Halle (Saale) der Idee der „Ökosphäre“ seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nach. Sie beleuchtet, dass das Konzept unser Verständnis für die Umwelt entscheidend geformt hat. Es ist zudem Ausgangspunkt für Versuche, Leben auf fremden Planeten anzusiedeln.

Der Begriff der „Ökosphäre“ wurde in den 1950er Jahren vom amerikanischen Ökologen LaMont C. Cole geprägt. Er bezeichnete damit die Gesamtheit der voneinander abhängigen irdischen Ökosysteme der Atmosphäre, Hydrosphäre, Biosphäre und der Oberflächenschichten der Lithosphäre. Genauso nannte in den 1960er Jahren der Mikrobiologe Clair Folsome seine aus dem hawaiianischen Pazifik geschöpften und in Glasbehälter gefüllten Mikrokosmen aus Meerwasser und Sedimenten. Die Beispiele machen deutlich, dass das Leben und seine Umwelt über alle Maßstäbe hinweg als abgeschlossenes System begriffen und experimentell untersucht wurde.

Der Vortrag geht der Geschichte des Modellierens solcher Ökosphären seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nach. Ökosphären zeigten, entsprechend der Annahme der Forscher, Selbstähnlichkeit über alle Skalen hinweg: Sowohl der Makrokosmos der planetaren Ökosphäre als auch der Mikrokosmos der Miniaturökosphäre wiesen auf idealtypische Ganzheiten, Vorstellungen von symbiotischen Gemeinschaften und endlosen Schleifen nahezu selbstidentischer Reproduktion hin.

Prof. Dr. Sabine Höhler argumentiert, dass ökosphärische Systeme unseren gegenwärtigen Umweltbegriff erst hervorgebracht haben. Sie diskutiert zudem Versuche, mittels Ökosphären Lebensbedingungen zu stabilisieren und zu reproduzieren, um Leben anderswo, etwa auf anderen Planeten, neu anzusiedeln.

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