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Pressemitteilung | Mittwoch, 7. Oktober 2020

Leopoldina-Präsident Gerald Haug gratuliert Akademie-Mitglied Emmanuelle Charpentier zum Nobelpreis für Chemie

Die in Berlin tätige Biochemikerin und Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier, Mitglied der Leopoldina seit 2015, wird mit dem Nobelpreis für Chemie geehrt. Charpentier erhält die Auszeichnung für die Entwicklung einer Methode für die Genomeditierung. Sie wird gemeinsam mit der Biochemikerin und Molekularbiologin Jennifer Doudna (Berkeley/USA) gewürdigt.

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Gerald Haug beglückwünscht Emmanuelle Charpentier zu dieser hohen Auszeichnung: „Mit dem Nobelpreis werden in diesem Jahr bahnbrechende Erkenntnisse im Bereich der Genomforschung gewürdigt, mit denen große Hoffnungen für die Anwendung in Medizin, Biotechnologie, Tier- und Pflanzenzucht verbunden sind. Ich freue mich, dass mit Emmanuelle Charpentier eine herausragende Kollegin der Max-Planck-Gesellschaft geehrt wird.“

Emmanuelle Charpentier hat Biochemie und Mikrobiologie an der Universität Pierre und Marie Curie in Paris (Frankreich) studiert, wo sie auch promoviert wurde. Nach Forschungsaufenthalten in den USA habilitierte die Wissenschaftlerin sich an der Universität Wien (Österreich) und ging danach an die Umeå Universität (Schweden), wo sie nach wie vor eine Gastprofessur innehat. 2013 bis 2015 war Charpentier Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover und leitete die Abteilung Regulation in der Infektionsbiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. 2014 erhielt sie eine Alexander von Humboldt-Professur. 2015 bis 2018 war sie Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Seit 2018 ist Charpentier Gründungs- und kommissarische Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene in Berlin.

Emmanuelle Charpentier wurde mit zahlreichen Preisen für ihre wissenschaftlichen Leistungen geehrt, darunter mit dem Leibniz-Preis 2016, mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2016, dem Annual Award for Outstanding Contributions to Biomolecular Technologies 2016 der US-amerikanischen Association of Biomolecular Resource Facilities, dem Kavli Prize im Bereich Nanowissenschaften 2018 sowie mit der Carus-Medaille der Leopoldina 2015 und dem mit verbundenen Carus-Preis der Stadt Schweinfurt 2016. Außerdem erhielt sie 2019 die Richard-Ernst-Medaille der ETH Zürich und den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Emmanuelle Charpentier ist seit 2015 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin.

Der Nobelpreis für Chemie ist derzeit mit insgesamt zehn Millionen schwedischen Kronen (umgerechnet rund 950.000 Euro) dotiert. Alle Nobelpreise werden den Preisträgerinnen und Preisträgern traditionell am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Die Leopoldina hat mehr als 1.600 Mitglieder, darunter sind nunmehr 34 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger.

Über die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Als Nationale Akademie der Wissenschaften leistet die Leopoldina unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dazu erarbeitet die Akademie interdisziplinäre Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. In diesen Veröffentlichungen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, zu entscheiden ist Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik. Die Expertinnen und Experten, die Stellungnahmen verfassen, arbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien, unter anderem bei der wissenschaftsbasierten Beratung der jährlichen G7-Gipfel. Ihre Mitglieder kommen aus mehr als 30 Ländern und vereinigen Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Die Leopoldina wurde 1652 gegründet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Sie ist als unabhängige Wissenschaftsakademie dem Gemeinwohl verpflichtet.

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