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Pressemitteilung | Montag, 21. Januar 2002

Presseinformation 4/2002

350 Jahre Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (1652 – 2002).

Die älteste ununterbrochen existierende wissenschaftliche Gelehrtengesellschaft Deutschlands, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, blickt im Jahr 2002 auf 350 Jahre Akademiegeschichte zurück. Gegründet wurde sie am Neujahrstag des Jahres 1652 in der Freien Reichsstadt Schweinfurt durch den Stadtarzt Johann Lorenz Bausch (1605 – 1665) und drei weitere Ärzte.

  • Festveranstaltungen
    Im Rahmen eines ersten Festaktes, am 17. Januar 2002 in der Gründungsstadt Schweinfurt, beleuchteten Wissenschaftshistoriker die Zeit der Gründung der Leopoldina im 17. Jahrhundert und berichteten über den Stand der Wissenschaften zu dieser Zeit.

    Die Festveranstaltung am 19. und 20. Juni 2002 in Halle (Saale), dem Sitzort der Akademie seit 1878, wird die Leopoldina gemeinsam mit den drei ebenfalls im 17. Jahrhundert gegründeten, traditionsreichen europäischen Akademien durchführen: der Royal Society, London, der Académie des Sciences, Paris, und der Accademia Nazionale dei Lincei, Rom. Alle vier Akademien werden am 19. Juni 2002 in Anwesenheit des Bundespräsidenten Johannes Rau jeweils aus ihrer Sicht das Thema "Science and Society" (Wissenschaft und Gesellschaft) behandeln. Gemeinsam wird man ausloten, welche Aufgaben Gelehrtengesellschaften heute haben.

    Auch die Junge Akademie, im Jahr 2000 gemeinsam von der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina als Akademie des wissenschaftlichen Nachwuchses für zunächst 10 Jahre gegründet, wird sich in Form eines Workshops am 20. Juni 2002 unter dem Motto "Science and Society: Science Goes Pop?" aktiv beteiligen.
  • Aufgaben, Aktivitäten und Ziele heute
    Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist heute eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie widmet sich der Förderung der Wissenschaft und der Wissenschaftler, der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie der wissenschafts-organisatorischen und wissenschaftspolitischen Beratung. Dazu führt sie öffentliche Veranstaltungen durch, gibt Druckschriften heraus und unterhält eine öffentlich zugängliche Bibliothek, deren zum Teil einmaliger Bestand bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht.

    Die alle zwei Jahre durchgeführten "Jahresversammlungen" stehen jeweils unter einem wechselnden Leitthema, das die verschiedenen in der Akademie vertretenen Fachdisziplinen berücksichtigt. Die "Leopoldina-Symposien" sind interdisziplinär angelegt und vermitteln den aktuellen Wissensstand über Fachgrenzen hinweg. Die "Ad-hoc-Kommissionen" beschäftigen sich mit gesellschaftlich besonders relevanten Fragen, z. B. "Risiken in Nahrungsketten" und "Problemen relevanter Infektionskrankheiten".

    Die Akademie verfügt über keine eigenen Forschungsinstitute, sondern sie vermittelt Wissen durch ihre Mitglieder. Mit einem kleinen Mitarbeiterstab und über Zeitverträge werden jedoch auch einige wissenschaftshistorische Projekte durchgeführt. Die Arbeitsgebiete betreffen vor allem die eigene Akademiegeschichte. Im Sommer des Jubiläumsjahres erscheint eine Festschrift unter dem Motto "350 Jahre Deutsche Akademie der Naturforscher – Anspruch und Wirklichkeit".
  • Mitgliedschaft
    Der Akademie gehören bis zu 1 000 Mitglieder in aller Welt an, wobei Mitglieder nach Vollendung des 75. Lebensjahres bei unveränderten Rechten nicht mehr in die Zahl 1 000 eingeschlossen sind. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Die Mitgliedschaft gilt als herausragende internationale Würdigung besonderer wissenschaftlicher Verdienste.

    Zu Mitgliedern werden aufgrund von Vorschlägen aus der Mitgliedschaft nach geheimer Wahl im Präsidium Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen berufen, die sich durch bedeutende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben. Eine Eigenbewerbung um die Mitgliedschaft ist nicht möglich.
  • Akademieleitung
    Die Leopoldina wird von einem ehrenamtlichen Präsidium geleitet. Präsident der Leopoldina ist seit 1990 der Biologe Prof. Dr. Benno Parthier (Halle/Saale). Vizepräsidenten sind derzeit der Psychologe Prof. Dr. Paul B. Baltes (Berlin), der Chemiker Prof. Dr. Gunter S. Fischer (Halle/Saale), der Virologe Prof. Dr. Volker ter Meulen (Würzburg) und der Chemiker Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker (München). Letzterer ist zugleich Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn. Die laufenden Geschäfte der Leopoldina führt eine Generalsekretärin, die Neurobiologin Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug. Die Leopoldina erhält ihre finanziellen Zuwendungen für die satzungsgemäßen Aufgaben zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt.

KONTAKT

Leopoldina

Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Fax 0345 - 472 39 - 809
E-Mail caroline.wichmann @leopoldina.org