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Pressemitteilung | Sonntag, 14. Oktober 2001

Presseinformation 23/2001

Öffentliche naturwissenschaftliche Vorträge: "Entscheidender Faktor für das körperliche Wohlbefinden des Menschen – Die Rolle der Niere in der Regulation des Salzhaushalts", "Berge der Welt – Ressourcen für das 21. Jahrhundert"

Termin:       Dienstag, 23. Oktober 2001, 16.30 Uhr
Ort:             Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina
                   Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)

  • Zu den Vorträgen:

Prof. Dr. Eberhard Frömter, Frankfurt/Main, Mitglied der Akademie: "Die Rolle der Niere in der Regulation des Salzhaushalts"

Der menschliche Körper besteht zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Von der richtigen Menge an Kochsalz (NaCl) in dem (extrazellulären) Flüssigkeitsraum hängt es ab, ob wir körperlich leistungsfähig sind und uns wohl fühlen. Die NaCl-Menge wird beim Gesunden durch ein komplexes, nervös und hormonell gesteuertes Rückkopplungssystem konstant gehalten. Es arbeitet normalerweise unbewusst und passt die Salzausscheidung an die Salzaufnahme an. Änderungen des Salzgehalts werden vornehmlich über die Füllung der Vorhöfe des Herzens sowie durch Rezeptorzellen im Zwischenhirn erfasst und durch Änderungen der Harnausscheidung korrigiert. Eberhard Frömter wird in seinem Vortrag einen Einblick in verschiedene Einzelschritte der Harnbildung geben und anhand jüngster Forschungsergebnisse aufzeigen, welche Transportschritte in welcher Weise bei der Anpassung der NaCl-Ausscheidung in der Niere verändert werden. Dabei wird er auch auf neue Möglichkeiten der medikamentösen Korrektur von Störungen dieses Regelsystems im Rahmen von Nierenerkrankungen hinweisen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Bruno Messerli, Bern, Mitglied der Akademie: "Berge der Welt – Ressourcen für das 21. Jahrhundert. Von lokalen zu globalen Forschungsfragen"

Ein Großteil der Erde ist von Bergen bedeckt. Sie spielen für unser Leben eine bedeutende Rolle, da sie eine wichtige Quelle von Frischwasser darstellen, eine essenzielle Voraussetzung zur Nahrungsproduktion einer immer größer werdenden Weltbevölkerung. Bruno Messerli hat sich über viele Jahrzehnte mit der Frage auseinander gesetzt, welche negativen Folgen zu erwarten sind, wenn der Mensch in das Ökosystem der Berge eingreift. Schon geringe Klimaveränderung können je nach Region zu einem Rückgang von Gletschern oder zur Versteppung führen, wodurch es seinerseits zu einer veränderten Artenvielfalt (Biodiversität) im Pflanzen- und Tierreich kommt. Seit vielen Jahren setzt sich Bruno Messerli auch in internationalen Gremien zum Beispiel bei den Vereinten Nationen dafür ein, die Folgen solcher Entwicklungen aufzuzeigen. Er wird in dem Vortrag deutlich machen, welche Ressourcen für das anbrechende 21. Jahrhundert von dem sehr empfindlichen Ökosystem der Berge ausgeht.

  • Zu den Referenten:

Eberhard Frömter ist Mediziner und seit 1983 Professor für Physiologie im Fachbereich Humanmedizin der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt (Main). Er erhielt internationale Auszeichnungen, so 1976 den Feldberg- Preis der Physiological Society, Cambridge, Großbritannien, 1983 den Homer W. Smith Award der New York Heart Association and American Society of Nephrology, Washington DC, USA, die höchste Auszeichnung der amerikanischen Nephrologen. Er ist Mitglied bzw. Ehrenmitglied zahlreicher nationaler und internationalen wissenschaftlicher Gesellschaften, Mitglied der Academia Europaea, London, (1990) und seit 1998 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und derzeit gewählter Vertreter (Obmann) der Mitglieder der Sektion Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie.

Bruno Messerli ist Geograph und war von 1978 bis zu seiner Emeritierung 1996 ordentlicher Professor und Direktor des Geographischen Instituts der Universität Bern. Seine Feldarbeiten führten ihn durch zahlreiche europäische, afrikanische und asiatische Länder sowie nach Südamerika. Für seine Forschungsergebnisse erhielt er namhafte Auszeichnungen, unter anderem den Preis des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (1988), den Preis der Schweizerischen Doron-Preis-Stiftung zur Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit (1988), den Marcel-Benoist- Preis der Schweizerischen Regierung (1991) und ist seit 1998 Ehrendoktor der Freien Universität Berlin. Er ist Mitglied bzw. Ehrenmitglied zahlreicher internationaler Akademien und Gremien, so beispielsweise der China Association for Scientific Expeditions (CASE). Seit 1984 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und gehört der Sektion Geowissenschaften an.

  • Zur Akademie Leopoldina:

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle/Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Sie trägt durch die Jahresversammlungen, fachspezifische Meetings und Symposien, monatliche Vortragssitzungen und die vielfältigen persönlichen Kontakte der Mitglieder "zum Wohle des Menschen und der Natur" bei. Ihr gehören derzeit 1000 Mitglieder in aller Welt an. Zwei Drittel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Drittel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben.

Die Leopoldina wird von einem ehrenamtlichen Präsidium geleitet. Präsident der Leopoldina ist seit 1990 der Biologe Prof. Dr. Benno Parthier (Halle/Saale). Vizepräsidenten sind derzeit der Psychologe Prof. Dr. Paul Baltes (Berlin), der Chemiker Prof. Dr. Gunter Fischer (Halle/Saale), der Virologe Prof. Dr. Volker ter Meulen (Würzburg) und der Chemiker Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker (München). Letzterer ist zugleich Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn. Die laufenden Geschäfte der Leopoldina führt eine Generalsekretärin, die Neurobiologin Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug. Die Leopoldina erhält ihre finanziellen Zuwendungen für die satzungsgemäßen Aufgaben zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt.

KONTAKT

Leopoldina

Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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