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Pressemitteilung | Montag, 20. März 2000

Presseinformation 2/2000

Leopoldina-Meeting "Gerichtsmedizin im Spannungsfeld zwischen Naturwissenschaft und Recht".

  • Termin:    31. März und 1. April 2000
  • Ort:    Vortragsgebäude der Akademie Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (S.)

Häufig können nur noch Gerichtsmediziner die Ursachen unerwarteter oder unerklärlicher Todesfälle von Kindern ("plötzlicher Kindstod") wie Erwachsenen aufklären beziehungsweise nachweisen, welche Krankheit für den Tod verantwortlich ist. Moderne Analyseverfahren haben seit kurzem die "Spurensuche" revolutioniert: Kleinste Mengen der Erbsubstanz reichen den Gerichtsmedizinern heute aus, um beispielsweise bei Skelettfunden die Todesursache zu ermitteln. Aber auch Vaterschaftsklagen können Dank moderner Verfahren eindeutig entschieden werden. Gleichzeitig eröffnen diese gentechnischen Methoden der Gerichtsmedizin eine völlig neue, faszinierende Forschungsrichtung.

  • Ziel des Meetings:

Um diese rasante Entwicklung der letzten Jahre zu verdeutlichen, veranstaltet die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina am 31. März und 1. April 2000 in Halle (Saale) ein eineinhalb-tägiges Meeting unter dem Titel "Gerichtsmedizin im Spannungsfeld zwischen Naturwissenschaft und Recht".

Unter Federführung der beiden Akademiemitglieder, Prof. Dr. Bernd Brinkmann, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Münster, und Prof. Dr. Stefan Pollak, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Freiburg, erläutern acht Referenten aus der Bundesrepublik und dem europäischen Ausland die Stellung der rechtsmedizinischen Forschung vor dem Hintergrund der zunehmenden Spezialisierung aller naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer und der immer komplexer werdenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Das Meeting wird aufzeigen, welche wissenschaftlichen Herausforderungen an der Schwelle zum dritten Jahrtausend bewältigt werden müssen.

  • Publikation der Inhalte:

Die Beiträge dieses Meetings werden in der Buchreihe "Nova Acta Leopoldina" publiziert.

  • Zur Akademie Leopoldina:

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine übernationale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland und trägt durch Jahresversammlungen, fachspezifische Meetings und Symposien, monatliche Vortragssitzungen und die vielfältigen persönlichen Kontakte der Mitglieder "zum Wohle des Menschen und der Natur" bei. Ihr gehören derzeit 959 Mitglieder in aller Welt an. Zwei Drittel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Drittel aus weiteren ca. 30 Ländern.

Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben.

Die Leopoldina wird von einem ehrenamtlichen Präsidenten bzw. Präsidium geleitet. Präsident der Leopoldina ist seit 1990 der Biologe Professor Dr. Benno Parthier. Vizepräsidenten sind derzeit der Mikrobiologe Professor Dr. Werner Köhler, Jena, der Virologe Professor Dr. Volker ter Meulen, Würzburg, der Biochemiker Professor Dr. Alfred Schellenberger, Halle, und der Chemiker Professor Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, München. Letztgenannter ist zugleich Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn.

Die laufenden Geschäfte der Leopoldina führt ein Generalsekretär. Seit Februar 2000 übt die Neurobiologin Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug diese Funktion aus.

KONTAKT

Leopoldina

Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 0345 - 472 39 - 800
Fax 0345 - 472 39 - 809
E-Mail caroline.wichmann @leopoldina.org