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Nachricht | Dienstag, 28. Juli 2015

Wissenschaftshistorische Einordnung des ehemaligen Leopoldina-Präsidenten Emil Abderhalden

Unabhängige Forschungsgruppe stellt Vorabveröffentlichung vor

An der Leopoldina sind die „Bemerkungen zur wissenschaftshistorischen Einordnung des früheren Leopoldina-Präsidenten Emil Abderhalden“, verfasst von Prof. Dr. Rüdiger vom Bruch, vorgestellt worden. Sie sind eine vorgezogene Veröffentlichung aus dem unabhängigen Forschungsprojekt zur „Geschichte der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. Vom Bruch, Humboldt-Universität zu Berlin, leitet das wissenschaftshistorische Forschungsprojekt, das von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung gefördert wird. Die Ergebnisse des Gesamtforschungsprojekts werden in absehbarer Zeit als Monographie veröffentlicht.

Zum Untersuchungsgegenstand des Forschungsprojekts gehört auch die Tätigkeit des Schweizer Physiologen Emil Abderhalden als Präsident der Leopoldina zwischen 1932 und 1950. Mit den „Bemerkungen“ stellt Rüdiger vom Bruch vorab seine wissenschaftshistorische Einordnung Abderhaldens im Lichte des aktuellen Forschungsstands zur Verfügung. Präsentiert wird das Papier von dem Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Wolfgang U. Eckart, der Mitglied des Beirats des Forschungsprojekts ist.

Emil Abderhalden (1877-1950) war ein schweizerisch-deutscher Biologe und Mediziner und Mitbegründer der Proteinbiochemie. Ab 1911 war er Professor für physiologische Chemie und Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Halle. 1932 bis 1950 war Abderhalden Präsident der Leopoldina. Seine Forschungsschwerpunkte lagen in der Analyse von Proteinen. 1950 benannte die Stadt Halle eine Straße nach ihm, unter anderem wohl wegen Abderhaldens Bemühungen in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, die Kindersterblichkeit in Halle zu senken und die Ernährungslage der Bewohner Halles zu verbessern. Abderhaldens Rolle als Leopoldina-Präsident in der NS-Zeit, unter anderem die Streichung jüdischer Mitglieder aus dem Mitgliederverzeichnis 1938 als Tiefpunkt in der Geschichte der Akademie, hat zu Anträgen an die Stadt Halle geführt, die Emil-Abderhalden-Straße umzubenennen. Die Umbenennung einer Straße ist eine Ermessensentscheidung der Stadt.

Die Leopoldina dankt Rüdiger vom Bruch ausdrücklich für die „Bemerkungen zur wissenschaftshistorischen Einordnung des früheren Leopoldina-Präsidenten Emil Abderhalden“. Die Arbeitsgruppe um Rüdiger vom Bruch hat die zur Verfügung stehenden Fakten wissenschaftshistorisch aufgearbeitet und damit den derzeitigen Forschungsstand veröffentlicht.

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Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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