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Nachricht | Montag, 11. Januar 2016

Akademien veröffentlichen Leitlinien für transparente Energieszenarien

Akademien veröffentlichen Leitlinien für transparente Energieszenarien

Foto: Michael Dankert - fotolia.com

Energieszenarien haben großen Einfluss auf politische Entscheidungen. Deswegen ist es wichtig, dass die Rechenmodelle und die Ergebnisse nachvollziehbar sind. acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften sprechen sich in einer heute veröffentlichten Stellungnahme dafür aus, Standards für Energieszenarien in der Politikberatung einzuführen.

Energiepolitische Entscheidungen wirken bis weit in die Zukunft. So haben Großkraftwerke nicht nur eine mehrjährige Planungsphase, sondern sind auch erst nach etwa 30 Jahren Laufzeit abgeschrieben. Der Strombedarf im Jahr 2050 wiederum hängt auch davon ab, ob wir bis dahin mit Strom auch heizen und Elektroautos antreiben. Um solche Entwicklungen abschätzen zu können, geben Ministerien, Verbände, Unternehmen und Umweltorganisationen Szenarien in Auftrag – oft mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Welche Szenarien sind also besonders aussagekräftig? Um das zu bewerten, müssen die Ergebnisse überprüfbar sein.  In der Stellungnahme „Mit Energieszenarien gut beraten“ hat eine Arbeitsgruppe des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) Leitlinien für mehr Transparenz zusammengestellt.

Um die Ergebnisse einer Szenariostudie überprüfen zu können, müssen unabhängige Fachleute sie nachrechnen können. Frei verfügbare Open-Source-Modelle würden hier maximale Transparenz schaffen. Viele beauftragte Institute legen die Quelltexte ihrer Modelle jedoch nicht offen, weil sie zu ihrem Betriebskapital gehören. Daher schlagen die Akademien vor, dass die Daten und Algorithmen zumindest einem Gutachterkreis zur Verfügung gestellt werden.

Eine weitere Option zur Verbesserung der derzeitigen Praxis: Würden öffentliche Institutionen einheitliche Referenzdaten und -annahmen zur Verfügung stellen, ließen sich unterschiedliche Energieszenarien besser miteinander vergleichen. Ressortforschungseinrichtungen wie das Umweltbundesamt könnten diese Daten erheben und pflegen.

ANSPRECHPARTNER

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Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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