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Nachricht | Mittwoch, 5. Dezember 2018

Leopoldina-Präsident Jörg Hacker zu Meldungen über die Geburt genetisch veränderter Kinder

Leopoldina-Präsident Jörg Hacker zu Meldungen über die Geburt genetisch veränderter Kinder

Grafik: Sisters of Design

In China sollen nach künstlicher Befruchtung zwei Kinder zur Welt gekommen sein, die von Forschern genetisch verändert wurden. Nach Angaben der Forscher wurden die Embryos mittels der Genschere CRISPR/Cas9 so manipuliert, dass die Kinder resistent gegen das HI-Virus sind. Dies geht aus Meldungen der Nachrichtenagentur Associated Press hervor.

Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, äußerte sich zu den Versuchen:

„Das Experiment, sollte es sich bewahrheiten, ist ein Weckruf für Politik und Gesellschaft. Mit der Erzeugung von genveränderten Menschen liegt damit möglicherweise der Beweis vor, dass Forscher tatsächlich rote Linien überschreiten. Es wurden offenbar gesunde, lebensfähige Embryonen manipuliert und die Folgen für die betroffenen Individuen werden möglicherweise erst in Jahrzehnten zutage treten. Die Anwendung der Genschere beim Menschen muss weiter intensiv erforscht werden, um Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten.“

Hacker fügte mit Blick auf die Forschung hinzu: „Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat mehrfach betont, dass Eingriffe in die Keimbahn zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verantworten sind. Diese Veränderungen werden vererbt und haben unvorhersehbare Auswirkungen über das Individuum hinaus. Eine Diskussion, die in verbindlichen Regeln für die Anwendung von Genscheren mündet, ist also dringlicher erforderlich als zuvor. Nicht nur im Sinne der betroffenen Kinder, an denen solche Eingriffe vorgenommen wurden, sondern im Sinne der gesamten Gesellschaft und der folgenden Generationen.“

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Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 0345 - 472 39 - 800
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